Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Bild: Pressefoto Laux, Salzburg
VERSTORBEN AM CHRISTTAG
Ski- und Trainer-Legende Rößner tot
Der internationale Skisport, die FIS und der ÖSV trauern um einen ihrer ganz Großen: Wie erst jetzt bekannt wurde, ist am Christtag der legendäre Sportler, Trainer, Pionier und Innovator Fred Rößner in Salzburg im 95. Lebensjahr verstorben.
Vielfältige Tätigkeiten
Fred Rößner war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des internationalen Skilaufes. Der „gelernte“ Mittelschulprofessor, gebürtig aus St. Johann am Tauern in der Steiermark, qualifizierte sich 1936 für die Olympischen Spiele in Garmisch-Partenkirchen und belegte mit der ÖSV-Langlaufstaffel den achten Platz.

Parallel zum Langlauf glänzte er auch in den Bergen. So gelang ihm mit Friedl Wolfgang eine Erstbegehung an der Eiskögele-Nordwand in der Glocknergruppe.

Seine Pioniertätigkeit erlebte 1937 einen Höhepunkt, als er als Erster den Kaukasus auf Skiern durchquerte.
Führt Sommertraining als Erster ein
Nach 1945 war er an vorderster Stelle am Aufbau des Skisportes beteiligt. Für die Olympischen Spiele 1948 in St. Moritz bereitete er eine Langlaufstaffel vor, die an vierter Stelle landete.

Vier Jahre später gab es Platz fünf in Oslo. Zu diesem Zeitpunkt war Rößner bereits Chef der ÖSV-Alpinen. Er wurde 1950 berufen. Er begann mit damals völlig unüblichen Programmen – etwa mit Sommertraining:

Zuerst Kondition in Schielleiten, dann Schneetraining auf dem Weißsee – für die Läufer ein Novum, dem sie sich nach anfänglichem Murren beugten. Der Erfolg gab dem Super-Chef im Skiverband recht.

1952 gab es in Oslo fünf von neun möglichen Medaillen bei den Herren, dazu zwei bei den Damen. Unvergessen die Tage von Cortina – acht Medaillen mit Toni Sailer an der Spitze.
Foto: Pressefoto Laux, Salzburg
Fred Rößner rechts - noch vor kurzem mit dem Salzburger Skipionier Markus Maier. Foto: Pressefoto Laux, Salzburg.
Revolutionär für Trainerausbildung
Zu diesem Zeitpunkt stand Rößners Rücktritt schon fest, er war an der „Revolte“ der Arlberger Asse gescheitert und bereitete in Wien eine damals neuartige und in vielen Bereichen revolutionäre Abteilung für die Trainerausbildung vor.

Deren Chef blieb er bis zur Pensionierung im Jahr 1976. Hatten ihn die Alpinen letztlich ein bisschen vergrämt, blieb er den Nordischen noch etliche Jahre als Sportwart erhalten, ebenso dem Salzburger Landesskiverband als führender Funktionär.
Ehrenmitglied der FIS
Längst war er in der FIS meinungsbildendes Vorstandsmitglied - und wurde 1985 als Zweiter überhaupt zum Ehrenmitglied ernannt. Rößner führte daneben über viele Jahre den Österreichischen Amateurringer-Verband als Präsident.

Bei den Olympischen Spielen 1964 und 1976 war er Rennleiter für die Langlaufbewerbe in Seefeld.
Begnadeter Ausdauersportler
In den letzten Jahren pendelte er zumeist zwischen seinen Wohnsitzen Salzburg, Bad Gastein bzw. Bad Hofgastein, wo er es immer wieder schaffte, „auf Zeit“ auf die Schlossalm zu wandern. Er war bis ins hohe Alter ein begnadeter Ausdauersportler und Skilangläufer.

Seinen 94. Geburtstag am 16. August feierte er im Hotel „Kaiser Karl“ in Großgmain mit zahlreichen Freunden - darunter der gleichaltrige ehemalige Kombinierer und Olympiateilnehmer Markus Maier aus der Stadt Salzburg.

Nachruf: Walter Hemetsberger, Salzburger Landes-Skiverband
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