Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
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VERALTETE RICHTLINIEN?
Heftige Diskussion um Altstadtschutz
Wird die Altstadt ausreichend vor Bausünden geschützt? Diese Frage wurde am Mittwoch im Gemeinderat diskutiert. Auslöser war die Forderung, den Gestaltungsbeirat und die Experten-Kommission zusammenzulegen.
Initiative Architektur für Innovation
Der Vorschlag für eine Reform und Modernisierung des Altstadtschutzes ist zuletzt von der "Initiative Architektur" und von Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) gekommen.
Traditionalisten fordern Tabu
Für strenge Altstadtschützer im Gemeinderat war Johann Padutsch heute der Buhmann. Die Zuständigkeit der Schutzkommission - kurz: SVK - dürfe keinesfalls ausgehöhlt werden.

Der Gestaltunsbeirat - der beispielsweise das viel kritisierte und andererseits hoch gelobte Heizkraftwerk Mitte genehmigt hatte - dieser Gestaltungsbeirat dürfe in der Altstadt keinesfalls zuständig werden, sagen die Traditionalisten.
Tazl wettert gegen Aula-Anbau
Die FPÖ bezeichnet den Beirat gar als "internationale Kulturschickeria".

Schon jetzt bestehe der Altstadtschutz nur mehr in der Theorie, sagt FPÖ-Chefin Doris Tazl:
"In der Praxis passieren immer wieder Scheußlichkeiten, wo man sich fragt: Gibt es denn den Schutz unserer Altstadt überhaupt noch?

Das Beispiel der jüngsten Zeit ist dieser absolut missglückte Stiegenhaus-Anbau bei der neuen Aula der Universität."
Auch ÖVP legt sich quer
Auch die ÖVP zeigt sich nicht kompromißbereit. Klub-Obfrau Claudia Schmidt:
"Eine Zusammenlegung von SVK und Gestaltungsbeirat kommt für uns überhaupt nicht in Frage.

Die SVK muss und soll bestehen bleiben, damit in der Stadt keine Unsinnigkeiten passieren."
Padutsch fordert weiter Reform
Planungsstadtrat Johann Padutsch widerspricht: der Schutz der Altstadt sei beispielhaft:
"Der Schutz der Altstadt in Salzburg ist weltweit beispielgebend.

Es gibt kaum Städte des Weltkulturerbes, die mit derartigen Energien und Geldmitteln an der Erhaltung des historischen Erbes arbeiten wie Salzburg.

Es ist unbestritten, dass das auch so bleiben soll."
Verfahren für jede Türklinke?
Ihm gehe es nicht um eine Abschaffung des Altstadtschutzes sondern um eine Vereinfachung, sagt Padutsch:
"Man muss wirklich darüber reden, ob jede Jalousie, jede Türklinke und jeder Fensterrahmen eine eigene Begutachtung durch die Sachverständigenkommission brauchen."
Zusammenlegung für Schaden "denkbar"
Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) hat sich aus der Debatte übrigens weitgehend herausgehalten. Er könne sich Lockerungen beim Altstadtschutz aber nur in Details vorstellen.

Eine Zusammenlegung von Gestaltungsbeirat und Altstadtschutzkommission hält Schaden hingegen für denkbar.
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