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MI | 11.04.2012
Kaprun-Prozessakten (Bild: ORF)
BERUFUNGSPROZESS ZUM KAPRUN-UNGLÜCK
Alle Freisprüche bestätigt
Im Berufungsverfahren zum Kaprun-Unglück hat das Oberlandesgericht Linz Dienstagnachmittag in zweiter Instanz alle Freisprüche des Erstrichters bestätigt.
Freisprüche rechtskräftig
Der Richtersenat 9 des Oberlandesgerichtes (OLG) Linz hat am Dienstag kurz nach 14.00 Uhr die Freisprüche im Kaprun-Prozess bestätigt, die Richter Manfred Seiss am 19. Februar 2004 gefällt hatte.

Der Richtersenat hat damit Berufung der Staatsanwaltschaft nicht stattgegeben: Die Staatsanwälte hatten insgesamt gegen acht der 16 Freisprüche berufen - für zwei Verantwortliche der Gletscherbahnen Kaprun, zwei Mitarbeiter des Wagenaufbau-Herstellers, zwei Amtssachverständige sowie zwei Mitarbeiter des Technischen Überprüfungsvereins (TÜV). Das Urteil ist somit rechtskräftig.

Alle drei Beweisanträge wies Vorsitzender Ernst Schütz mit folgender Begründung ab: "Es ist nicht hinnehmbar, dass derartige Beweisanträge erst jetzt eingebracht worden sind, obwohl die Staatsanwaltschaft ein Jahr Zeit dazu gehabt hätte." Außerdem seien die Feststellungen des Erstrichters klar, ergänzte Schütz.
Brandkatastrophe mit 155 Toten
Bei der Brandkatastrophe am 11. November 2000 im Stollen der Standseilbahn auf das Kitzsteinhorn in Kaprun waren 155 Menschen ums Leben gekommen.

13 Beschuldigte mussten sich ab 18. Juni 2002 wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst und drei wegen fahrlässiger Gemeingefährdung vor dem Salzburger Einzelrichter Seiss verantworten. Von den insgesamt 16 Beschuldigten hatte Seiss alle freigesprochen, Staatsanwältin Eva Danninger-Soriat hatte am 27. September 2004 in acht Fällen berufen.
Bombendrohung beim Prozess
Dienstagmittag hatte noch eine Bombendrohung gegen das Berufungsverfahren die Linzer Polizei beschäftigt. Die Bombendrohung ging in der Telefonzentrale des Gerichtes ein. Der Anrufer stellte einen Zusammenhang mit dem Kaprun-Verfahren her.

Details wollte Mediensprecher Günther Winsauer aus taktischen Gründen nicht bekannt geben. Der Kongresssaal der Arbeiterkammer sei durchsucht worden, ebenso das Gebäude des Oberlandesgerichtes, gefunden wurde nichts.
Beweisanträge in letzter Minute abgewiesen
Das Berufungsverfahren war zu diesem Zeitpunkt ohnehin wegen Beratungen unterbrochen. Die Beweisanträge, die die Staatsanwaltschaft noch Dienstagfrüh eingebracht hatte, wies der Vorsitzende Ernst Schütz zurück.

Die Staatsanwaltschaft habe dafür ein Jahr Zeit gehabt - außerdem seien die Feststellungen von Richter Seiss klar.
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