Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Polizeieinsatz beim Stadion Wals-Kleßheim (Bild: APA)
IN DEN FUSSBALLSTADIEN
Immer mehr gewaltbereite "Fans"
Die Gewaltbereitschaft mancher so genannter Fans nimmt zu, die Ausschreitungen werden mehr: Was Fußballfans subjektiv schon verspürt haben, wurde jetzt erstmals in Zahlen erfasst.
Erstmals Daten und Fakten erhoben
Sie gehören mittlerweile zum Alltag bei Spielen der T-Mobile-Bundesliga: die mehr oder weniger massiven Aufgebote an Sicherheitskräften in den und um die Stadien herum.

Nun wurden erstmals Daten und Fakten zur  Gewalt im Umfeld des heimischen Spitzenfußballs erhoben.
Red Bull Salzburg Dritter im Problemranking
Allein beim Heimspiel von Red Bull Salzburg gegen die Wiener Austria waren neben 150 privaten Sicherheitskräften nicht weniger als 150 Polizisten im Einsatz.

Hier haben nämlich gleich zwei Mannschaften aus jenen drei Vereinen gespielt, bei denen es nach den Erfahrungen des Innenminsteriums die größten Probleme mit Fans gibt. Das Problemranking sieht dabei Rapid vor der Wiener Austria und Red Bull Salzburg.
Salzburg bei Festnahmen Spitzenreiter
In Salzburg hat es im der abgelaufenen Saison die meisten Festnahmen im Umfeld von Fußballspielen gegeben, nämlich 41. Zum Vergleich: in Wien gab es ganze zehn.
Zahl der Anzeigen hat sich verdreifacht
Wie stark Ausschreitungen im Umfeld der ersten Fußballdivision zugenommen haben, geht aus der jetzt vorliegenden Statistik des Innenministeriums hervor: sie belegt 770 Anzeigen in der abgelaufenen Saison. Zwei Jahre zuvor waren es nur 288 gewesen.

Die Zahl der Festnahmen ist ebenso sprunghaft gestiegen. Die Zahl der verletzten Beamten hat sich vervierfacht, die der verletzten Fans verdoppelt.
Maier fordert Wegweisungsrecht
Die Konsequenzen liegen für Nationalrat Johann Maier (SPÖ) auf der Hand. Zum einem müssten in den Stadien die Vereine als Hausherren noch aktiver werden und Randalierern Stadionverbot erteilen, fordert Maier.

"Für alles, was rund um die Stadien passiert, ist die Exekutive verantwortlich und ich glaube, hier brauchen wir ein Wegweisungsrecht, das Personen, die Tätlichkeiten begangen haben oder im Begriff sind, sie zu begehen, von der Exekutive weggewiesen werden können."
Schweiz: Ausreiseverbot für Rowdys
In der Schweiz wird ein derartiges Rayonverbot für randalierende Fußballfans kommen. Dort gehen die geplanten Maßnahmen aber noch weit darüber hinaus.

Sie reichen von einem Ausreiseverbot für amtsbekannte Rowdys - das gilt dann etwa auch für Spiele bei der Fußball-EM 2008 in Österreich - bis hin zu 24-stündigem Polizeigewahrsam, wenn es Hinweise auf Ausschreitungen gibt.
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