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MI | 11.04.2012
Wohnhaus von Gerhard Garstenauer (Bild: ORF)
KULTUR
Denkmalschutz für 1970er-Jahre-Haus
Das Bundesdenkmalamt hat in der Stadt Salzburg auch ein Gebäude der 1970er-Jahre unter Denkmalschutz gestellt: Das Privathaus des Architekten Gerhard Garstenauer. Dabei prägte dieser das Ortsbild von Bad Gastein (Pongau).
33 Jahre alter Holzbau am Hang
Gerhard Garstenauer ist einer der führenden Architekten Salzburgs. Der heute 86-Jährige gab unter anderem Bad Gastein sein modernes Gesicht - mit dem Felsenbad und dem Kongresshaus. Jetzt wird allerdings nicht eines dieser Gebäude, sondern sein aus Holz errichtetes Privathaus unter Denkmalschutz gestellt.

Im Sommer wirkt das 33 Jahre alte Haus wie ein eher unscheinbares Gartenhaus - in Wahrheit ist es ein Wohnhaus für derzeit sieben Personen plus Atelier. Das Holzgebäude schmiegt sich an die leichte Hangneigung am Fuß des Salzburger Gaisbergs.
Wohnhaus von Gerhard Garstenauer (Bild: ORF)
"Müssen uns der Moderne widmen"
Dass Garstauer sein Haus damals aus Holz baute, hatte weniger ökologische als vielmehr ökonomische Gründe: Holz war schlichtweg am billigsten.

Heute ist das Haus Kult - und bald das jüngste denkmalgeschützte Gebäude Salzburgs: "Das ist eine Neuerung für uns. Wir müssen uns der Moderne vermehrt widmen. Wir haben Bauten der 1950er-, 1960er-Jahre unter Schutz. Aber jetzt kommen die 1970er-Jahre dran - und das ist ein charakteristisches Beispiel", sagt Ronald Gobiet vom Bundesdenkmalamt.
Das Kongresshaus in Bad Gastein (Bild: ORF)
Das Kongresshaus in Bad Gastein von Gerhard Garstenauer.
Etwas Unverständnis vom Architekten
Dabei sind das kürzlich erweiterte Felsenbad in Bad Gastein und das dortige Kongresshaus zentrale Bauten der zeitgenössischen Salzburger Architektur, die untrennbar mit dem Namen Gerhard Garstenauer verbunden sind.

Dass nicht einer seiner Bauten in Bad Gastein, sondern sein Privatdomizil unter Denkmalschutz gestellt wird, mutet Garstenauer etwas seltsam an: "Ich sehe mit großem Bedauern zurück und stelle fest, dass man natürlich die Qualitätsmerkmale dieser Bauwerke auch von denkmalpflegerische Seite nicht erkannt hat."

"Meines Erachtens sind wir zu spät gekommen, das Felsenbad zu schützen, dass doch in seiner Konzeption, in seiner Ausformung, in seiner Verbindung mit der Natur ein hervorragendes Dokument dieses Zeit war", gibt sich Gobiet selbstkritisch.
Stolz auf jetzt geschützten Bau
Dass jetzt sein Privathaus durch den Denkmalschutz geehrt wird, macht den 86-Jährigen dennoch stolz: "Ich empfinde im Augenblick ein Lebensgefühl, wo ich noch nicht nachgedacht habe, ob ich das verbessern könnte - für mich ist es ein Optimum", sagt Garstenauer.
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