Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Slacklines (Bild: Fotolia/Ermano Grosz)
CHRONIK
Slackline behindert Rettungshubschrauber
Ein 29-Jähriger ist am Montag beim Klettern auf der Reiteralpe bei Schneizlreuth 25 Meter in die Tiefe gestürzt und hat sich dabei schwer verletzt - der Rettungshubschrauber wurde durch eine Slackline behindert.
Eine Sicherung brach aus der Wand und der 29-Jährige stürzte 25 Meter tief ab.
Kletterer stürzte 25 Meter in die Tiefe
Ein 29-jähriger Kletterer aus dem benachbarten Niederbayern ist am Montag als Vorsteiger in eine Nordwand der Reiteralpe geklettert, als plötzlich eine Zwischensicherung aus der Wand brach. Der 29-Jährige stürzte daraufhin an seinem Kameraden vorbei rund 25 Meter in die Tiefe und prallte dort auf einem Felsband auf.

Der Kletterer erlitt bei dem Absturz einen offenen Sprunggelenksbruch. Sein Bergkamerad alarmierte sofort die Bergrettung. Die Besatzung des Rettungshubschraubers entdeckte nicht nur den schwer verletzten Kletterer, sondern wurde zufällig auch auf eine Slackline aufmerksam, die zwischen zwei Felsen gespannt war.
Was ist eine Slackline?
Michael Kemeter am Großglockner (Bild: APA/Gerald Kienast)Slacklinen ist eine Trendsportart ähnlich dem Seiltanzen. Ein Gurtband wird zwischen zwei Fixpunkten (Bäumen, Felsen, etc.) gespannt und ein Sportler balanciert darüber. Extrem-Slackliner balancieren auch oft in großer Höhe (Highline) oder über Wasser (Waterline).
Schwerverletzter am Tau ins Tal geflogen
Die Slackline hätte zu einem lebensgefährlichen Hindernis für die Retter werden können. Die Besatzung beschloss, wegen der Slackline nicht direkt von oben an die Unfallstelle heranzufliegen, sondern zwei Bergretter am 50 Meter langen Tau zur Unfallstelle zu bringen. Die Bergretter konnten den Schwerverletzten daraufhin sichern und am Tau ins Tal fliegen.

Der Hubschrauber kehrte noch einmal zurück und konnte schließlich auch den zweiten Kletterer sichern und ins Tal fliegen. Insgesamt bemühten sich 13 Männer und Frauen der Bergrettung rund dreieinhalb Stunden lang, die beiden Kletterer aus der Wand zu retten.
Rettungseinsatz auf der Reiteralpe (Bild: Bergwacht Bad Reichenhall)
Slacklines am Berg müssen gemeldet werden
Bergwacht-Sprecher Marcus Goebel erklärte nach dem Einsatz: "Eine nicht registrierte Slackline am Berg stellt für die Hubschrauberbesatzung eine tödliche Gefahr dar. Wir hatten riesiges Glück, dass wir das Seil in der Abendsonne zufällig erkannt haben."

Im schlimmsten Fall könnte der Hubschrauber direkt ins Seil fliegen und abstürzen, so der Bergwacht-Pressesprecher. Die Bergrettung bittet daher alle Sportler, in den Bergen gespannte Seile bei der Alpin- und Flugpolizei sowie den Rettungsfliegern der jeweiligen Region zu melden.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News