Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Kirche (Bild: Fotolia/openlens)
RELIGION
Streit störte Messen: 38-Jährige vor Gericht
Wegen Störung der Religionsausübung stand am Donnerstag in Salzburg eine 38-jährige Krankenschwester vor Gericht. Sie hatte Messen unterbrochen, weil sie wegen einer früheren Verurteilung tiefen Groll gegen Kirchenleute hegt.
Ex-Vorgesetzte aus Kirchenbank gerissen
Die am Donnerstag Angeklagte war im vergangenen März während eines Gottesdienstes in die Kajetanerkirche in der Salzburger Altstadt gekommen. Diese Kirche ist Teil des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder.

In der Messe saß die ehemalige Vorgesetzte der 38-Jährigen, eine Nonne. Diese Frau zerrte sie laut Anklage aus der Kirchenbank, riss ihr den Ordensschleier vom Kopf und lief davon. Ein Priester verfolgte sie, ihm wurde das Gesicht zerkratzt.
38-Jährige soll zudem Kirchenboden und -bänke mit Milch bespritzt haben.
Messe mit lauten Schreien unterbrochen
Einige Tage später störte die Angeklagte den Gottesdienst durch laute Schreie in der Kirche - vermutlich, um sich an der vorgesetzten Ordensschwester zu rächen.

Zudem soll die 38-Jährige den Kirchenboden, die Bänke und Vorhänge mit Milch bespritzt haben.
Motiv: Kirchenleute belasteten sie vor Gericht
Grund für diese Zwischenfälle ist eine alte Verurteilung der Angeklagten wegen Körperverletzung. Die Kirchenleute hätten sich damals zusammengetan und sie vor Gericht absichtlich falsch belastet.

Auch die jetzt angeklagten Fälle hätten sich nicht so zugetragen, wie von den Kirchenleuten und der Anklage geschildert, sagte die 38-Jährige bei dem Prozess. Erstens habe sie die Nonne nicht aus der Kirchenbank herausgezerrt und zu Boden geschleudert. Vielmehr sei die von selbst herausgefallen, vermutlich wegen Unterzuckers.
Angeklagte wies Vorwürfe zurück
Jedenfalls habe sie die Ordensfrau wegen ihrer angeblichen Falschaussage damals vor Gericht zur Rede stellen wollen, sagt die 38-Jährige dem Richter. Die Krankenschwester war wegen Körperverletzung verurteilt worden.

Herumgeschrien und den Gottesdienst gestört - so wie es in der Anklage steht - habe sie auch nicht, betont die Frau. Sie habe nur laut gesprochen. Einen Priester habe sie auch nicht attackiert. Der hatte die Angeklagte nach dem Nonnen-Zwischenfall ins Freie verfolgt. Dieser Ordensmann trug eine blutende Wunde am Ohr davon.
Bis zu zwei Jahre Haft drohen.
Prozess vertagt
Trotz allen Leugnens: Zeugen belasteten die Angeklagte am Donnerstag. Die 38-Jährige habe die Nonne sehr wohl aus der Sitzbank gerissen, sie habe Buttermilch in der Kirche verspritzt und sie habe den Priester am Ohr gerissen.

Ein Urteil konnte aber nicht gesprochen werden: Erstens ist die betroffene Nonne auf Exerzitien und zweitens wird ein medizinisches Gutachten zu den Verletzungen des Preisters eingeholt.

Wenn jemand mit Gewalt oder Drohung einen Gottesdienst stört, drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis - so heißt es in einem eigenen Paragraphen im Strafgesetzbuch.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News