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MI | 11.04.2012
Hunger in Afrika (Bild: APA)
TECHNIK & IT
Salzburger Satellit hilft am Horn von Afrika
Am Horn von Afrika kämpfen Millionen von Menschen mit der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. Satellitenbilder des Salzburger Zentrums für Geoinformatik helfen nun, die Flüchtlinge zu zählen und liefern einen Überblick für Hilfskräfte.
Das Zentrum für Geoinformatik in Salzburg zählt über ein Satellitenbild die Flüchtlinge in Dadaab.
Satellitenbild zählt Flüchtlinge
In Dadaab in Kenia befindet sich das größte Flüchtlingslager der Welt - mittlerweile leben dort mehr als 400.000 Menschen und täglich kommenden tausende von neuen Flüchtlingen hinzu.

Mit Hilfe eines Satellitenbildes kann das Zentrum für Geoinformatik an der Universität Salzburg die Flüchtlinge in Dadaab zählen und den Hilfsorganisationen Informationen zur Verfügung stellen.

Vor allem die tausenden, täglich neu ankommenden Flüchtlinge stellen die Hilfskräfte vor eine große Herausforderung. Die Flüchtlinge müssen in Dadaab bis zu 40 Tage auf ihre Registrierung warten - in dieser Zeit siedeln sie sich unkoordniniert am Rande des Lagers an.
Satellitenbild des Flüchtlinglagers Dagahaley (Bild: APA)
Flüchtlinge Afrika (Bild: APA/UNHCR/H. Caux) Lage vor Ort für Hilfskräfte unübersichtlich
Eine humanitäre Hilfsorganisation beauftrage nun das Zentrum für Geoinformatik in Salzburg durch hochauflösende Satellitenbilder einzelne Behausungen des Flüchtlingslagers Dagahaley darzustellen.

Dagahaley ist eines von drei Flüchtlingslagern, die zu Dadaab dazugehören - in Dagahaley leben schätzungsweise 130.000 Menschen auf acht Quadratkilometern. Das Satellitenbild aus Salzburg soll nun Informationen über die räumliche Verteilung der Bevölkerung in Dagahaley liefern, da die Lage vor Ort für die Hilfskräfte sehr unübersichtlich ist.
Satellitenbilder unterstützen Koordination
Forschungs-Koordinator Stefan Lang vom Zentrum für Geoinformatik schildert: "Unsere Informationsprodukte unterstützen die Hilfsorganisationen gezielt bei der Einsatzplanung und der Nothilfekoordinierung im größten Flüchtlingslager der Welt." Die sei zwar nur ein kleiner, aber nicht unbedeutender Baustein zur humanitären Hilfeleistung, fügt Lang hinzu.

Mit Hilfe der Satellitenbilder wurden Zelte und Hütten voneinander unterschieden und aus den mehr als 23.000 Einzelbehausungen wurde eine Dichtekarte berechnet, die einen raschen Überblick bietet, in welchen Teilen des Lagers sich besonders viele Flüchtlinge aufhalten.
Hungersnot in Kenia (Bild: APA) Karte mit potentiellen Wasserlochstellen
Laut Stefan Lang vom Geoinformatik-Zentrum ist das Bild lediglich eine Momentaufnahme. Sollte der Flüchtlingsstrom jedoch noch weiter zunehmen, bestehe die Möglichkeit nach einer Woche ein neues Bild zu erstellen.

Neben der Karte, wo sich die meisten Flüchtlinge aufhalten, versucht das Zentrum für Geoinformatik den Hilfskräften am Horn von Afrika auch in Punkto Wasserbeschaffung unter die Arme zu greifen, denn im Flüchtlingslager Dadaab gibt es kaum genügend Wasser für alle.

Das Zentrum für Geoninformatik in Salzburg hat nun eine Karte mit potentiellen Bohrlochstandorten erstellt, die wiederum auf Daten aus Satellitenbildern basieren, beschreibt Lang.
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