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MI | 11.04.2012
Gidi Außerhofer, Pfarrer von Puch. Bild: ORF
KIRCHE
Kritische Priester gegen katholische Regeln
Mit dem Aufruf zum Ungehorsam gegen katholische Dogmen sorgt eine große Pfarrer-Initiative für Aufsehen. In Salzburg bekennt sich Gidi Außerhofer, Pfarrer von Oberalm und Puch (Tennengau), zu dieser Gruppe.
Gidi Außerhofer, Pfarrer von Puch und Oberalm im Salzburger Tennengau
"Aufschrei von 300 Pfarrern bundesweit"
In ihrer Resolution kündigen die kritischen Pfarrer an, in Zukunft geschiedenen Wiederverheirateten die Kommunion nicht zu verweigern, das Predigtverbot für Laien nicht zu beachten und sich für Frauen und Verheiratete im Priesteramt einzusetzen.

Der Pucher Pfarrer Gidi Außerhofer betont, die Initiative sei für ihn der Aufschrei von 300 Pfarrern in ganz Österreich:

"Die Qualität der Seelsorge geht wegen dem Priestermangel dauernd nach unten. Es muss demnächst etwas geschehen. Pastorale Nöte werden in Rom nicht gesehen. Es heißt zwar, die Bischöfe dort wüssten davon. Aber warum geschieht nichts?"
"Nicht mit zolibatären Männern zu schaffen"
Es gebe viele wunde Punkt, sagt Außerhofer. Er verweist dabei auch auf die Pfarrverbände, die gegen die Gemeinden und gegen die Priester sind: "Es sind Notverbände, die die Situation nicht heilen können."

Außerhofer ergänzt, es sei einfach nicht mehr zu leugnen, wie groß der Priestermangel im Katholizismus sei: "Wenn wir die Seelsorge in Zukunft ausschließlich mit zolibatären Männern bestreiten sollen, dann wird das in Zukunft nicht mehr gehen. Wir legen diese Forderungen nun auf den Tisch, weil die Qualität der Seelsorge erhalten bleiben sollte."
Wiederverheiratete Geschiedene?
Zum Problem der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene sagt Pfarrer Außerhofer, die meisten Priester würden schon jetzt die Kommunion nicht verweigern, es sei aber höchste Zeit die Sache auch kirchenamtlich zu regeln.

Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz hätten im Vorjahr in Mariazell erklärt, es werde demnächst ein offizielles Papier geben, sagt Außerhofer: "Es muss schnellstens geklärt werden, wie wir mit wiederverheirateten Geschiedenen umgehen, denn es gibt sehr viele Menschen, die von der Kirche gekränkt wurden und werden."
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