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MI | 11.04.2012
Pinzgaubahn bei Neukirchen entgleist. Bild: Beate Trattner/ORF
CHRONIK
Pinzgaubahn entgleist - Sabotage?
Kurz vor Neukirchen am Großvenediger (Pinzgau) ist Sonntagvormittag ein Zug der Pinzgaubahn entgleist. Unbekannte haben laut Ermittlern Steine in eine Weiche geklemmt. Verletzt wurde niemand.
Pinzgaubahn bei Neukirchen entgleist. Bild: Beate Trattner/ORF
Zug grub sich ins Kiesbett
Der Zug der Pinzgaubahn entgleiste am Sonntag kurz vor 9.00 Uhr. Die Garnitur war auf der Fahrt von Krimml nach Zell am See unterwegs und befand sich etwa 50 Meter vor dem Bahnhof Neukirchen am Großvenediger. Das Umschalten der Weiche funktionierte nicht, und der Zug entgleiste.

Er grub sich tief in das angrenzende Kiesbett, schildert Georg Reichkendler vom Bezirkspolizeikommando Zell am See: "Wie es sich darstellt, dürfte im Bereich der Weiche eine Manipulation vorgenommen worden sein. Die Ermittlungen laufen."
Pinzgaubahn bei Neukirchen entgleist. Bild: Beate Trattner/ORF
Sachschaden: 300.000 Euro
Unbekannte dürften Steine in die Weiche geklemmt haben, sagen Fachleute. Weil sich der Zug schon so nahe beim Bahnhof befand, betrug die Geschwindigkeit nur noch rund 20 bis 30 km/h, so Reichkendler: "Es waren nur acht Personen im Zug - mit dem Lokführer. Gott sei Dank wurde niemand verletzt."

Der Schaden an der Zuggarnitur sei sehr hoch, er liege bei mindestens 300.000 Euro, heißt es.
Pinzgaubahn bei Neukirchen entgleist. Bild: Beate Trattner/ORF
Zusammenhang mit Zeltfest in Neukirchen?
In der betroffenen Weiche haben Kriminalisten vollkommen zerriebene Steine gefunden.

Auf jeden Fall hätten mehrere Züge diese Weiche trotz der Steine noch problemlos passieren können, weil diese Garnituren rund 100 Tonnen schwer waren. Als aber um etwa 8.45 Uhr von Krimml der Triebwagen vom Modell VTs 15 - mit 29 Tonnen vergleichsweise ein Leichtgewicht - zur Weiche kam, sei er aus den Schienen gehoben worden.
Ermittler von Sabotage überzeugt
Für die Polizei steht wegen der zerriebenen Steine fest, dass es sich um Sabotage handeln muss. "So was kann nur jemand tun, der vorsätzlich bösartig ist, oder so betrunken, dass er nicht mehr weiß, was er tut", sagt Ermittler Reichkendler.

Kriminalisten konnten die Tat auf den Zeitraum zwischen 6.00 bis 9.00 Uhr am Sonntag eingrenzen.

Eine Lokführerin hatte einige Zeit zuvor drei schwer alkoholisierte Personen in der Nähe der Schienen beobachtet. "Einer hatte noch einen Bierkrug in der Hand, einer war barfuß", so der Polizist.

Das Trio wurde mittlerweile ausgeforscht. Laut Polizei haben die Männer glaubhaft versichern können, an der Sabotage der Pinzgaubahn nicht beteiligt gewesen zu sein. In Neukirchen am Großvenediger fand dieses Wochenende ein großes Zeltfest statt, wo auch viel Alkohol ausgeschenkt wurde.
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