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MI | 11.04.2012
Liebesschloss auf dem Makartsteg in der Stadt Salzburg (Bild: ORF/Deutsch)
STADT SALZBURG
Magistrat mag Liebesschlösser nicht
Sie hängen mittlerweile auf Brücken in vielen Städten: kleine verzierte Vorhängeschlösser von Verliebten. Doch der Salzburger Magistrat will davon nichts wissen. Am Montag rückte ein Arbeiter mit dem Bolzenschneider aus.
Arbeiter mit Bolzenschneider (Bild: ORF/Deutsch) Am Montag entfernt
Liebesschlösser auf Brücken sind auf der ganzen Welt zu Hause: Es gibt sie in Rom, Moskau, Paris, Köln, Hamburg, Graz. Und es gab sie auch in Salzburg - im Drahtzaun am Brückengeländer des Makartstegs.

Exakt 43 kleine Schlösser hingen dort bis Montag, als ein Magistratsmitarbeiter mit dem Bolzenschneider kam: "Es zeugt nicht gerade von viel Sinn für Humor", kommentierte eine Passantin, "ich hätte nichts dagegen gehabt. Ich habe mich gerade gewundert, warum er's wegtut."

"Es ist so eine große Brücke, da wird schon nichts passieren, wenn da ein paar Schlösser hängen", sagt eine andere. Und ein älterer Passant ergänzt: "Irgendeinen Beamten wird's schon gestört haben - überflüssigerweise."
Abgeschnittene Liebesschlösser (Bild: ORF/Deutsch)
Für Baustadträtin ein Fehler
Ressortmäßig zuständig für die Demontage ist Salzburgs Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP). Sie erklärt die Aktion mit einem Fehler: "Es ist so, dass in Unkenntnis dessen, was diese Schlösser bedeuten sollen, die Mitarbeiter der Bauregie den Auftrag haben, Plakate und Ähnliches von Brückengeländern zu entfernen. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum der Bolzenschneider zum Einsatz gekommen ist."

Das Ganze habe nichts mit Weltkulturerbe oder dem Schutz der Salzburger Altstadt zu tun, betont Schmidt: "Für die 43 - ich zähl sie immer, wenn ich drübergehe - tut es mir leid. Die ewige Liebe wird schon erhalten bleiben und sie sollen halt ein neues Schloss anbringen."
Hat nichts gegen Liebesschlösser am Makartsteg.
"Reizender und romantischer Brauch"
Für die Baustadträtin ist klar: "Sofern es nicht irgendwie in Vandalismus oder ein Gefährdungspotenzial ausartet, halte ich es für einen reizenden und romantischen Brauch - und ich denke, das ist auch gut in der Stadt Salzburg."
Liebesschloss auf dem Makartsteg in der Stadt Salzburg (Bild: ORF/Deutsch)
Ein Schloss hängt noch - es war zu stabil
Einer hatte allerdings Glück - Heinrich Luks. Sein Schloss mit den Initialen "S+H" hängt noch. Es war zu dick für den Bolzenschneider.

"Ich hab das bei einer berühmten Brücke in Hamburg gesehen, wo das ziemlich exzessiv betrieben worden ist, dass man stellenweise gar nicht mehr das Geländer sieht", erzählt Luks, "als ich über den Makartsteg gegangen bin, habe ich gesehen, dass das jetzt auch hier losgeht. Es waren ja nicht viele. Da habe ich mir gedacht, dass das eine ganz romantische Geste mit meiner Freundin ist. Als wir Eineinhalbjähriges hatten, sind wir da hinuntergegangen und haben das hingehängt."
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