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MI | 11.04.2012
Ziegenkäse (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Wertschöpfung in der Landwirtschaft steigern
Wenn Bauern ihre Milch, Getreide und andere landwirtschaftliche Güter als Rohstoffe für Industrie und Handel liefern, ist die Wertschöpfung sehr gering. Mehr Fertigprodukte selbst zu vermarkten wird nun als Lösung angesehen.
Wie schön ist`s auf der Alm? Im Schnitt bleiben 20 Prozent vom Ladenpreis
Für immer mehr Konsumenten ist die regionale Herkunft von Lebensmitteln wichtig. Sie wollen wissen, woher die Milch oder das Brot kommt, und wie sie produziert werden. Die Frage, wieviel vom bezahlten Ladenpreis den Bauern verbleibt, ist dabei ein wichtiges Detail.

Schließlich soll der Produzent wirtschaftlich überleben und auch noch in die Modernisierung des Betriebes investieren. Das Agrarressort des Landes hat nun erstmals Zahlen veröffentlicht. Im Durchschnitt bleibt den Bauern etwas mehr als ein Fünftel des Ladenpreises.
Wie viel Butter bleibt auf dem Brot?
ÖVP-Agrarpoltiker hatten Freitag zum Frühstück beim Untersulzbergbauern in Altenmarkt (Pongau) geladen, um Fakten zur bäuerlichen Wertschöpfung zu präsentieren.

Wie viel Butter bleibt dem Bauern auf seinem Brot? Wie viel bleibt vom Ladenpreis seiner Produkte?

Zwischen einem Viertel und einem Fünftel, wenn man die Produkte dieses bäuerlichen Warenkorbes als Basis nimmt, sagt Agrarlandesrat Sepp Eisl (ÖVP): "Die Konsumenten vermuten meistens, dass der Anteil der Bauern am Verkaufspreis wesentlich höher als der tatsächliche."
Käse (Bild: APA/Christoph Ruckstuhl) Selbstgemachter Käse am lukrativsten
Am wenigsten bleibt Körndlbauern vom fertigen Brot oder vom Kornspitz - nämlich nur eineinhalb Prozent. Der Rest geht für Zutaten, Bäcker sowie für Handel und Transport auf.

Trinkmilch oder Käse ist dagegen mit 35 Prozent Bauernanteil am lukrativsten. Sie sind dem Rohprodukt Milch am nächsten. Beim Käse erfolgen die meisten Verarbeitungsschritte beim Bauern, sagt der Landwirt Konrad Haim: "Wir haben die Milchproduktion in den letzten Jahren verdoppelt, weil da die Wertschöpfung für mich am größten ist."
Viele Verarbeitungsschritte selbst tun
Der Rat der Agrarpolitiker an die Bauern lautet, möglichst viele Verarbeitungsschritte auf dem eigenen Hof zu machen und möglichst fertige Produkte anzubieten - zum Beispiel Schulmilch oder Joghurt selbst herstellen, abfüllen und vertreiben.

Für die nötigen Investitionen gibt es Fördergeld von der EU, von der Agrarmarkt Austria sowie vom Land.
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