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MI | 11.04.2012
Eintragung der Partnerschaft von Rolf Langenfass und Michael Eibl. Bild: ORF
LIFESTYLE
Rolf Langenfass "heiratet" Michael Eibl
Am Freitag haben in Salzburg zwei gleichgeschlechtliche Promis "geheiratet"; der Festspiel-Bühnenbildner Rolf Langenfass und sein Freund Michael Eibl. Trauzeugen waren die Schauspiel-Stars Otto Schenk und Helmut Lohner.
"Ein Stück Menschlichkeit der Republik"
Bis jetzt war die Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im Land Salzburg nicht gerade ein Renner. Ganze 32 homosexuelle und lesbische Paare haben ihre Beziehung im Vorjahr eintragen lassen; die allermeisten in der Stadt Salzburg.

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) höchstpersönlich fungierte Freitag als Standesbeamter bei dieser Promi-Hochzeit von Rolf Langenfass und Michael Eibl. Erst seit gut einem Jahr können gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingetragen werden.

29 Mal ist das seither in der Stadt Salzburg geschehen, sagt Bürgermeister Schaden: "Das ist eine Premiere, und das aus Überzeugung. Es ist ein Stück Menschlichkeit in die Republik Österreich eingekehrt, dadurch, dass diese eingetragenen Partnerschaften nun möglich sind."
Eintragung der Partnerschaft von Rolf Langenfass und Michael Eibl. Bild: ORF
Langenfass (links) und Eibl im Salzburger Schloss Mirabell.
"Ein Leben lang darauf gewartet"
Für den Bräutigam war die Zeremonie so etwas wie ein Postulat und ein Aufruf an Gleichgesinnte, diesen Schritt in die Öffentlichkeit zu wagen, betont Langenfass: "Ich bin sehr beeindruckt vom Bürgermeister, der das auch macht, um ein politisches Zeichen zu setzen. Ich habe ein Leben lang gewartet, dass so etwas möglich ist. Ich freue mich nun sehr, dass es möglich ist."

Und Michael Eibl ergänzt, für ihn sei das auch so: "Aber in erster Linie freue ich mich, dass ich einen tollen Mann kriege."
Otto Schenk. Bild: ORF Otto Schenk: "Sieg der Liebe über Vorurteile"
Prominent besetzt war auch die Bank der Trauzeugen. Otto Schenk ist überzeugt, es sei ein Sieg der Liebe: "Ich bin ganz gerührt, ein Sieg der Liebe über blöde Vorurteile und dumme Menschen, die das nicht verstehen. Vielleicht wird man es jetzt kapieren mit der Zeit."

Und Helmuth Lohner betont, das sei so alt wie die Welt: "Man kann doch keinen Menschen diffamieren. So etwas war für mich nie ein Problem."

Einen Boom bei der Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften wird diese Promi-Hochzeit aber wohl nicht auslösen - wenngleich unmittelbar danach zwei Frauen vor den Standesbeamten traten.
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