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MI | 11.04.2012
Garnitur der Murtalbahn (Bild: ORF)
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Lungauer wollen Murtalbahn erhalten
Die radikalen Sparpläne der steirischen Landesregierung könnten für die Murtalbahn im Lungau das Aus bringen. Deshalb hat sich eine Aktion zur Rettung der einzigen Bahnanbindung des Bezirks gebildet.
Jährlich rund 600.000 Fahrgäste
Pendler, Schüler, ältere Menschen ohne Auto und Touristen - sie stellen die etwa 600.000 Fahrgäste jährlich auf der Murtalbahnbahn zwischen Unzmarkt, Murau und Tamswg. Die Fahrgastzahlen stiegen zuletzt leicht an- auf die Bahn verzichten und auf den Bus umsteigen will im Zug niemand.

Die Murtalbahn ist für den Lungau weit mehr als ein Pendlerzug: "Wir fahren, wenn wir nach Wien fahren, nicht den Umweg über Salzburg, sondern über die Südbahn, über den Semmering. Und da brauchen wir die Murtalbahn als Anbindung an die ÖBB", sagt Hans Bogensberger von der Aktion "Rettet die Murtalbahn".
Garnitur der Murtalbahn bei Tamsweg (Bild: ORF)
Murtalbahn "unverzichtbar"
"Die Murtalbahn ist bei uns ein Teil des Regionalverkehrskonzepts - und aus diesem Grund unverzichtbar", betont der Tamsweger Bürgermeister Alois Lankmayer (ÖVP).

Wenn die steirische Landesbahn als Betrieber tatsächlich 25 Prozent einsparen müsste, bedeute das das Aus für die Bahn, warnen die Aktivisten.
Spar-Vorgabe der Landesregierung: Minus 25 Prozent.
Entscheidung in Graz bis zum März
Das sei aber noch nicht ausgemacht, betont der steirische Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann (FPÖ): "Ich habe nicht die Absicht, irgendeine Eisenbahn zu schließen oder irgendwelche Verschlechterungen für die Bevölkerung in diesem Bereich durchzusetzen."

Durch Kurzmann gibt eines zu bedenken: "Faktum ist, dass die steiermärkische Landesregierung - also in erster Linie SPÖ und ÖVP - eine Vorgabe für Einsparungen von 25 Prozent auch für das Verkehrsressort gemacht haben und wir nicht wissen, wie es da weitergeht." Bis März soll in Graz die Entscheidung fallen.
Land Salzburg will nicht mehr dazuzahlen
Auf diese steirische Entscheidung wartet man auch im Salzburger Verkehrsressort. Mehr dazuzuzahlen als bisher sei allerdings schwer vorstellbar, betont Salzburgs Verkehrsreferent, LH-Stv. Wilfried Haslauer (ÖVP).

"Wir zahlen rund 370.000 Euro Investitionen für den Salzburger Anteil und wir zahlen aus dem Verkehrsverbund 45.000 Euro für einen 15 Kilometer langen Streckenabschnitt", sagt Haslauer, "Das ist eine sehr weitgehende Subvention - auch im Verhältnis zu den Fahrgastzahlen."

Bei den Murtalbahn-Aktivisten schrillen jedenfalls die Alarmglocken. Denn für radikale Sparpläne gebe es keinen geigneteren Zeitpunkt als jetzt - fernab von allen Wahlen.
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