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MI | 11.04.2012
Bachelor of Education (Bild: ORF)
GEWERKSCHAFT
Beamte: Bachelor-Titel soll anerkannt werden
Der Uniabschluss als Bachelor muss im öffentlichen Dienst als akademischer Grad anerkannt werden und sich im Gehalt niederschlagen. Das fordert Hans Siller, Vorsitzender der Gewerkschaft öffentlicher Dienst in Salzburg.
Ministerin verweigert Anerkennung
Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verweigert aber genau das im Begutachtungsentwurf für die Herbstnovelle des Beamtendienstrechts. Die Gewerkschaft hat eine Resolution verabschiedet und will nicht locker lassen, bis ihre Forderungen erfüllt sind.

In Salzburg gibt es ungefähr 200 Pflichtschullehrer und insgesamt knapp 20 Beamte mit einem Bachelor-Abschluss beim Magistrat und beim Land.
Ursprünglich wurde die Anerkennung bereits zugesichert.
"Unfair, wenn Ausbildung nicht honoriert wird"
Doch wer A sagt muss auch B sagen. Die Regierung habe den Bologna-Prozess mit dem dreistufigen Uni-Abschluss Bachelor, Master und Doktor forciert, jetzt müsse sie die Abschlüsse auch anerkennen, fordert Hans Siller. Ursprünglich hatte die Regierung das ja bereits zugesichert.

"Die Österreichische Bundesregierung hat sich ja dazu bekannt, dass das bis Jahresende 2010 tatsächlich umgesetzt ist. Jetzt fehlt es aber in der Novelle, die Anfang Dezember beschlossen werden soll. Doch das muss da hinein, weil es einfach unfair wäre, wenn die Qualifikation verlangt, dann aber nicht honoriert wird. Man kann nicht europäisch einer Ausbildungserweiterung zustimmen und dann sagen: aber das Geld gibt es dafür nicht", so Hans Siller.
Heinisch-Hosek argumentiert mit Geldnot
Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat die Nicht-Anerkennung des Bachelors mit Geldnot begründet. Siller vertraut aber auf die Sozialpartnerschaft und ist überzeugt, dass es eine positive Lösung geben wird, wenn vielleicht auch erst später.

"Ein Monat auf oder ab wird nicht das Problem sein, schon gar nicht in der heutigen Zeit. Aber dass die Lösung kommen muss und zwar zeitnah, das steht außer Zweifel. Wir haben das in unserer Begutachtung eingebracht. Dieser Beschluss muss als solcher kommen", meint Siller.
Personalchefs für Anerkennung
Klaus Pötzelsberger, Personalchef beim Magistrat Salzburg hält es für ungerecht, dass der Bachelor für eine akademische Einstufung nicht ausreichend ist und schlägt Zwischenstufen vor.

Gerhard Loidl, der neue Personalchef beim Land Salzburg, setzt darauf, dass ab dem Jahr 2012 auch in Österreich der "europäische Qualitätsrahmen" in Geltung gebracht wird. Dann erst werde sichergestellt sein, dass im Dienstrecht Fähigkeiten, Fertigkeiten und Ausbildungsniveau gebührend berücksichtigt werden, sagt Loidl.
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