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MI | 11.04.2012
Andreas Maislinger, Politikwissenschafter, Gründer des Österreichischen Gedenkdienstes. Bild: Gerald Lehner
POLITIK
John-Rabe-Preis für Andreas Maislinger
Der Salzburger Politikwissenschafter Andreas Maislinger aus St. Georgen (Flachgau), der in Innsbruck arbeitet, wird mit dem internationalen John-Rabe-Friedenspreis 2010 ausgezeichnet.
Maislinger

Von Gerald Lehner, salzburg.ORF.at
Gründer des Österreichischen Gedenkdienstes
Das wurde Dienstag aus Heidelberg bekannt, dem Sitz des John-Rabe-Kommunikationszentrums. Maislinger erhält diese hohe Auszeichnung als Gründer des Österreichischen Gedenkdienstes, bei dem Zivildiener im Ausland für die Opfer des Nationalsozialismus tätig sind.

Namenspatron des Preises ist der deutsche Kaufmann und Unternehmer John Rabe (1882-1950), der sich in den 1930er-Jahren in China bei Rettungsaktionen für Zivilisten stark engagiert hatte. Damals terrorisierten faschistische Eroberer aus Japan die chinesische Bevölkerung. Es gab zahlreiche Übergriffe, Massenvergewaltigungen, Bombenangriffe, Massaker und Morde, die sich zu extremer Gewalt in ganzen Landstrichen entwickelten.

Rabe tat viel Praktisches zum Schutz von chinesischen Zivilisten und in China lebenden Ausländern, andererseits machte er die japanischen Verbrechen der internationalen Öffentlichkeit bekannt.
John Rabe, deutscher Geschäftsmann, der sich im China der 1930er-Jahre für die Zivilbevölkerung humanitär engagierte. Bild: john-rabe.de
Rabe
Verständigung mit China, Friedensarbeit
Seit 2009 vergibt das Rabe-Kommunikationszentrum in Heidelberg den Preis an Menschen, die sich in besonderer Weise für die Aufarbeitung der Zeitgeschichte und/oder für die Verständigung mit China eingesetzt haben - über kulturelle, sprachliche und politische Barrieren hinweg.

Erster Preisträger war 2009 der japanische Schauspieler Teruyuki Kagawa. Er wurde wegen seines Mutes ausgewählt, im international bekannten Spielfilm über das Leben und die humanitären Aktivitäten von John Rabe (Regie: Florian Gallenberger) den japanischen Prinzen Asaka zu spielen. Dieser befehligte beim Massaker von Nangking die japanischen Truppen.

In Japan gelten Kriegsverbrechen der kaiserlichen Armee auf ihrem Feldzug in China bis heute bei Nationalisten als Tabu.
Schutzzone für mehr als 200.000 Chinesen
John Rabe setzte sich während des Massakers von Nanking (auch Nanjing) 1937/38 für die Errichtung einer etwa zwei mal zwei Kilometer großen Schutzzone ein, um der chinesischen Zivilbevölkerung Schutz vor japanischen Soldaten zu bieten.

Damit habe er - unter Einsatz des eigenen Lebens und seiner beruflichen Existenz - mehr als 200.000 Chinesen das Leben gerettet, sagen Experten.

Der Salzburger Andreas Maislinger erhält den Rabe-Preis am 8. November in Berlin.
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