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MI | 11.04.2012
Malerei von Josef Karl Rädler. Bild: Galerie Altnöder, Salzburg
KULTUR
Kunst von Josef Karl Rädler als Verkaufshit
Die Salzburger Galerie Altnöder hat in diesem Festspielsommer fast alles verkauft, was sie hatte. Schwerpunkt waren Bilder von Josef Karl Rädler, die einen Boom ausgelöst haben. Nur eines ist bei Altnöder noch zu haben.
Malerei von Josef Karl Rädler. Bild: Galerie Altnöder, Salzburg Pazifist, Fan des Feminismus = Irrenhaus
Rädler war zu seinen Lebzeiten um die Jahrhundertwende ein gesellschaftlicher Außenseiter mit sehr modernen Ansichten. Und der Salzburger Galerist Ferdinand Altnöder war international nun der erste, der Rädlers Bilder ausgestellt hat.

Altnöder hat damit ein mehr als gutes Händchen bewiesen und eine Art Turbo für das Werk des Künstlers gezündet.

"Wir nehmen alles ..." - mit dieser Ankündigung hat ein Londoner Museum gleich zur Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Karl Josef Rädler in der Salzburger Galerie Altnöder aufhorchen lassen. Es gab dazu noch viele weitere Anfragen aus anderen europäischen Ländern.
Malerei von Josef Karl Rädler. Bild: Galerie Altnöder, Salzburg "Manche sagen, ich bin viel zu billig"
Ferdinand Altnöder hat dann nicht alles nach London, aber insgesamt sehr viel und sehr gut verkauft: "Das teuerste Bild gab es um 8.800 Euro. Ich hätte auch um das Doppelte diese Werke verkaufen können. Viele Sammler sagen, ich wäre viel zu billig. Aber auch das macht nichts. Mich freut es, wenn die Rädlers eine große Verbreitung finden. Der Künstler hat es sich verdient."

Josef Karl Rädler wurde Mitte des 19. Jahrhunderts geboren und hat bis 1917 gelebt. Er war auch Porzellanmaler und hatte ziemlich unkonventionelle Ansichten. Er war Pazifist und trat für die Gleichberichtigung der Frauen ein. Solche Meinungen trugen dazu bei, ihn ins Irrenhaus zu bringen. Seine Bilder wurden auf den Müll geworfen und dann wieder gerettet.
Malerei von Josef Karl Rädler. Bild: Galerie Altnöder, Salzburg Dritter Erfolg in Serie - nach Kamlander
Dem Salzburger Galeristen und Kunsthändler Ferdinand Altnöder haben die Werke nun einen der größen Erfolge seit Gründung der Galerie beschert:

"Wie wir das vorletzte Bild von Rädler verkauft haben, da habe ich mich erinnert und nachgedacht. Zuerst hatten wir eine Ausstellung mit Selbstportraits von Karl Anton Flick. Schon damals haben wir bis auf eines alle Bilder verkauft. Und dann hatte ich eine köstliche Ausstellung mit Kuhbildern des Gugginger Künstlers Franz Kamlander. Da hingen 30 Kühe an der Wand, und wir haben auch alles verkauft. Und nun ist Rädler der Dritte, bei dem sich alles weiterbewegt."

Der Galerist ist stolz auf diesen Erfolg - nicht nur wegen des Geldes. Mut, Geschick und künstlerischer Sachverstand hätten sich bewährt, sagt er.
Malerei von Josef Karl Rädler. Bild: Galerie Altnöder, Salzburg Vieles in der Irrenanstalt gemalt
Zwölf Jahre, von 1905 bis 1917, verbrachte Rädler in der "Kaiser-Franz-Joseph Landes- Heil- u. Pflegeanstalt Mauer Öhling". Diese war von Carlo von Boog entworfen worden. Sie gilt als das bedeutendste Jugendstilensemble in Niederösterreich. Von Boog orientierte sich bei seinem Projekt an neuen und fast revolutionären medizinischen Behandlungs- und Betreuungsmethoden im psychiatrischen Bereich. Die Anstalt mit ihren 40 Objekten, darunter 19 Pavillons, galt damals als modernste und "eine der besten Irrenanstalten" und wurde von Fachleuten aus ganz Europa besucht. Nach der Eröffnung 1902 schrieb Kaiser Franz Joseph an Katharina Schratt:"...alles zum Besten der Narren. Es muss ein Hochgenuss sein, dort eingesperrt zu sein. "

Rädler kam das offene Konzept der Anstalt zu gute. Er hatte größtmögliche Freiheit und konnte seine künstlerische Tätigkeit, zwar nicht geschätzt, aber frei entfalten. "Für ein Malerauge herrlich", wie Rädler 1905 meinte.
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