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MI | 11.04.2012
Essiggurkerl als Kunst von Erwin Wurm. Bild: ORF
KULTUR
Das Essiggurkerl als Star des Museums
Im Museum der Moderne auf dem Salzburger Mönchsberg ist eine Schau des Künstlers Erwin Wurm zu sehen, der aufgeblasenen Dingen mit Vorliebe die Luft auslässt. Nun hat er sich Essiggurkerl und Salatgurken vorgenommen.
Essiggurkerl als Kunst von Erwin Wurm. Bild: ORF
Links die Kopie aus Kunststoff, daneben das Original, das gleich verpeist wird.
Essiggurkerl als Kunst von Erwin Wurm. Bild: ORF
Von Eva Halus, ORF Salzburg
30 Gurkerl und sechs Gurken in Acryl
Erwin Wurm hat schon grotesk aufgeblähte Sportwagen geschaffen und ausgestellt. Oder dicke Wurstsemmeln wurden zu Teilen seiner Skulpturen.

Nun erhebt er eine kulinarische Besonderheit der österreichisch-bayerisch-tschechischen Küche zur Kunst. Dabei vergreift er sich nicht an der Struktur der Objekte - nicht durch Aufblasen oder Schrumpfen - sondern betont sie naturgetreu durch sehr exklusive Präsentation auf Podesten im Kunstmuseum.

Insgesamt 36 Objekte zeigt er in seiner Installation im Museum der Moderne auf dem Salzburger Mönchsberg: 30 Essiggurkerl und sechs Salatgurken, alles genaue Abgüsse von tatsächlichen Gurken in Acryl - jedes Stück unverwechselbar und einmalig in Form, Größe und Beschaffenheit der Oberfläche.
Essiggurkerl als Kunst von Erwin Wurm. Bild: ORF
Erwin Wurm ...
Essiggurkerl als Kunst von Erwin Wurm. Bild: ORF
... versteht sich als Bildhauer, er kommt ohne schwere Materialien wie Stein oder Metall aus und verbindet künstlerischen Anspruch mit Ironie und Leichtigkeit. Er holt sich viel Inspiration im Alltag:

"Essiggurken sind unsere ständigen Begleiter. Auf der Wurstsemmel oder in der Wurstsemmel. Auf einer Brettljause, wie man das in der Steiermark öfter macht. Im Fiaker- oder Herrengulasch, wie es andere nennen. Das Essiggurkerl ist ein fixer Bestandteil unserer Kultur."
"Die Gurke ist ähnlich wie die Kartoffel eine Ur-Unform. Es gibt Millionen verschiedener Gurken. Keine Gurke ist wie die andere, ähnlich wie bei den Menschen. Das reizt mich schon sehr."
Inspirator der Red Hot Chili Peppers
Der Steirer, geboren 1954 in Bruck an der Mur, lebt in Wien. Wurm arbeitet hauptsächlich an Skulpturen und macht Objekte, Installationen, Zeichnungen, Videos, Fotografien, Staubobjekten. Legendär sind seine „One Minute Sculptures“, die auch schon die kalifornische Rockband Red Hot Chili Peppers inspiriert haben.

Seit 2002 lehrt Erwin Wurm als Professor für Bildhauerei/Plastik und Multimedia am Institut für Bildende und Mediale Kunst der Universität für Angewandte Kunst Wien.
Die Gedanken sind frei
Die aufgerichteten walzenförmigen Objekte regen zu vielfältigen Gedankenspielen an.

Der Künstler verweigert aber jede Deutung. Die Betrachter müssen also selbst nachdenken und philosophieren.
Essiggurkerl als Kunst von Erwin Wurm. Bild: ORF
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