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MI | 11.04.2012
Angertalbrücke (Bild: ORF)
PONGAU
Zwei Jahre Baustopp für fast fertige Brücke
Eine Eisenbahnbrücke im Gasteinertal (Pongau) ist seit zwei Jahren Gegenstand eines Rechtsstreits. Deshalb sind die Arbeiten an der fast fertigen Brücke unterbrochen - die damit nutzlos in der Landschaft steht.
Nachträglich UVP verlangt.
Arbeiten ruhen seit 3. September 2008
Die Angerschlucht-Brücke überspannt das Angertal in Bad Hofgastein. Die neue Brücke ist zweigleisig geplant und wird seit 2006 mit gültigem Baubescheid gebaut - Kostenpunkt 20 Millionen Euro.

Deit 3. September 2008 sucht man aber vergeblich nach Bauarbeitern. Ein Baustopp verhindert die Verlegung der Gleise: Der Verwaltungsgerichtshof verlangt nachträglich ein Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Streckenabschnitt von 1,7 Kilometern.

"Es spießt sich auf jeden Fall am Lärm durch das vermehrte Aufkommen der Züge", sagt der Bad Hofgasteiner Bürgermeister Fritz Zettinig (ÖVP), "Wenn es ausgebaut wird, wird auch eine stärkere Frequenz sein. An dem wird's sicherlich liegen, dass man hier Maßnahmen setzen will."
Neue und alte Angertalbrücke (Bild: ORF)
Weitere Verfahren noch nicht abgeschlossen
Die Verluste für die Bundesbahnen wegen des Baustopps belaufen sich nun schon auf zwei Millionen Euro. Das nachgereichte UVP-Verfahren ist bereits seit drei Monaten abgeschlossen, via Bescheid wird dieser Bauabschnitt genehmigt.

Trotzdem kann die Baustelle nicht fertig gestellt werden, denn gegen den Bescheid liegt eine Beschwerde vor und ein weiteres Naturschutzverfahren ist noch ausständig.

Die Züge fahren nach wie vor auf der alten denkmalgeschützten Angertal-Brücke.
Zurzeit Beschränkung auf 30 km/h.
Alte Brücke am Ende ihrer Lebensdauer
"Man muss natürlich jetzt das Verfahren abwarten", sagt ÖBB-Sprecher Johannes Gfrerer, "Und wir hoffen, dass rasch wieder grünes Licht gegeben wird, dass wir weitermachen können."

Die alte Angerschluchtbrücke ist 1905 in Betrieb gegangen und hat das Ende ihrer Lebensdauer beinahe erreicht, ergänzt Gfrerer: "Wir haben derzeit eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h auf der Brücke. Wir wollen die Tauernachse zu einer modernen Achse machen - und da passt die neue Brücke viel besser dazu."
Noch einige Beschwerden anhängig
Allerdings gibt es noch Beschwerden der Landesumweltanwaltschaft, der Gemeinde Bad Gastein und der Bürgerinitiative "'Ein lebenswertes Bad Gastein", zwei Baubescheide, zwei aufgehobene Umweltschutzverfahren und eben ein nachgereichtes UVP-Verfahren.

Die neue Angertalbrücke wird damit wohl noch einige Zeit statt Zügen Fußgängern vorbehalten bleiben.
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