Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Geld wird in Toilette hinuntergespült (Bild: ORF)
STADT SALZBURG
400.000-Euro-Toilette bei Busterminal
Um knapp 400.000 Euro bauen andere ein schmuckes Einfamilienhaus, die Stadt Salzburg gibt soviel Geld für eine Toilette aus. Die neuen Sanitäranlagen beim Busterminal Süd kosten rund 4.000 Euro pro Quadratmeter.
WC-Anlage für Bustouristen.
100-Quadratmeter-Bau bis November fertig
Im November soll neben dem Unipark Nonntal eine neue WC-Anlage dafür sorgen, dass Bustouristen erleichtert Richtung Altstadt spazieren können. Rund 100 Quadratmeter Nutzfläche hat das luxuriöse Toilettenhäuschen.

Die dafür veranschlagten 4.000 Euro Netto-Baukosten pro Quadratmeter erscheinen Immobilienexperten als ziemlich hoch. Zum Vergleich: Im Wohnbau gibt es bereits Projekte, bei denen die Architekten mit einem Viertel dieser Summe auskommen müssen.
Baustadträtin: "Das kostet es halt"
"Das ist ein hochinstalliertes Gebäude", rechtfertigt Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) die hohen Kosten, "Das heißt: Wir haben natürlich die Anschlusskosten für Wasser, Strom und Kanal zu bezahlen. Das sind 7.500 Euro - die kommen aber zur Gesamtsumme dazu."

In dem Toiletthaus seien eine Fußbodenheizung und ein Lüftungssystem eingebaut, ergänzt Schmidt: "Dass es nicht besonders günstig ist, das stimmt. Aber es ist das, was wir einfach machen können. Wir haben natürlich ausgeschrieben und Angebote eingeholt - und das kostet es halt."
Pläne des Toiletthauses beim Busterminal Salzburg-Süd (Bild: ORF)
Dafür mit Tiefgarage, Keller und Aufzügen.
Bei neuer Uni halbe Quadratmeter-Kosten
Das neue Fakultätsgebäude der Universität neben dem Busterminal kostet im Vergleich zu dem Toilettgebäude pro Quadratmeter nur etwas mehr als die Hälfte. Dafür hat der Uni-Neubau eine dichte Bodenwanne, eine Tiefgarage, einen Keller und Aufzüge - aber weniger Klos, wird argumentiert.

"Wenn man sich vorstellt, dass das Uni-Gebäude statt den Hörsälen und Ähnlichem lauter Toiletten hätte, dann würde es ein Vielfaches kosten", ist Baustadträtin Schmidt überzeugt.
Sechs Pissoirs und zehn Toiletten
Die Stadtpolitik spricht von einem "neuen, würdigen Entree" in die Salzburger Altstadt. Sechs Pissoirs und zehn Toiletten, dazu Nebenräume. Und ein Vordach, wenn's regnet, gibt es auch um knapp 400.000 Euro.
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