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MI | 11.04.2012
Das Salzburger Priesterseminar (Bild: ORF)
KIRCHE
Priesterseminar wird zur Hälfte Hotel
Das Priesterseminar der Erzdiözese Salzburg wird jetzt zur Hälfte zu einem Frühstückshotel umgebaut. In bester Lage mitten in der Altstadt entstehen 40 neue Zimmer mit 70 Betten, um mehr Einnahmen für den Betrieb zu haben.
Schon bisher einfache Zimmer im Angebot
Schon bisher gilt das Priesterseminar in der Dreifaltigkeitsgasse als Geheimtipp für Salzburg-Besucher: Das Barockgebäude von Fischer von Erlach aus dem Jahr 1699 mit 5.000 Quadratmetern Nutzfläche bietet schon seit Jahren einfache Zimmer mit Frühstück an.

Künftig aber wird der gesamte Südtrakt wie ein Hotel geführt. Geplant sind 40 neue Zimmer mit insgesamt 70 Betten. In dem Umbau investiert die Erzdiözese knapp sieben Millionen Euro.
Zur Erhaltung des Priesterseminars.
"Möglichkeit, Mittel aufzubringen"
"Ein so großes Haus zu führen braucht natürlich entsprechende Mittel", sagt der geistliche Leiter des Prieserseminars Gottfried Laireiter, "Von daher ist es notwendig, dass wir auch selbst den Beitrag leisten, ein solches Haus zu führen, damit man dieses Haus erhalten kann. Dazu braucht es unabdingbar auch den Gästebetrieb. Das ist unsere Möglichkeit, die Mittel aufzubringen."

Die General-Renovierung umfasst auch das Priesterseminar selbst. Die Zimmer der 13 Seminaristen sind schon geräumt.
Innenhof des Salzburger Priesterseminars (Bild: ORF)
Gäste und Seminaristen künftig getrennt
Die Männer sind nun in Ersatz-Quartieren in einem anderen Trakt untergebracht. Nach dem Umbau werden die angehenden Priester in einem eigenen Bereich wohnen.

"Es ist eigentlich besser als es bis jetzt war, weil der Gästebetrieb dann komplett von unserem Seminarbetrieb getrennt ist", sagt Priesterseminarist Martin Schmid, "Wir haben dann unseren eigenen Bereich im Seminar und die Gäste haben ihren eigenen Bereich. Momentan ist es ein bisschen ein Durcheinander, weil wir keinen eigenen Bereich in dem Sinn haben."
Doppelbett (Bild: ORF) "Priesterseminar ein offenes Haus"
Das heißt aber nicht, künftig keinen Kontakt zu den Gästen zu pflegen. Im Gegenteil: Als besonderen Reiz sollen die Fremden die geistliche Atmosphäre spüren können.

"Ich glaub, dass es eigentlich was Schönes ist, dass auch Gäste zu uns ins Haus kommen", sagt Priesterseminarist Christian Walch, "Sie merken dann, dass das Priesterseminar nicht irgendein abgeschotteter Raum ist, sondern eigentlich ein offenes Haus ist, wo sozusagen jeder willkommen ist."
Mehr Werbung, auch Mittagessen möglich
Mundpropaganda wird als Werbung für den neuen Hotelbetrieb aber nicht genug sein, gibt sich Johannes Wagner vom Priesterhaus-Fonds realistisch: "Künftig werden wir wohl ein bisschen mehr Werbung machen müssen, weil auch die Auslastung entsprechend steigen muss."

Die Erzdiözese plant an sich nur ein Frühstücks-Hotel. Trotzdem entsteht eine neue moderne Betriebsküche, ergänzt Wagner: "Wenn es sich in Hinkunft zeigt, dass Leute bei uns vermehrt Mittagessen oder Abendessen haben wollen - wir haben eine eigene Küche, wir kochen täglich für die Seminaristen frisch. Hier könnte man sicher noch das entsprechend erweitern."
Eröffnung im Mai 2012 geplant
Die Umbauarbeiten sollen nach der letzten Bauverhandlung in drei Wochen schon beginnen.

Trotzdem sind im Sommer noch einzelne Gästezimmer zu haben. Die Preise zwischen 27 und 45 Euro pro Person bleiben vorerst gleich. Eröffnung des neuen Hotels im Priesterseminar ist für Mai 2012 geplant.
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