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MI | 11.04.2012
Masken vor dem Salzburger Festspielhaus. Bild: Gerald Lehner
KULTUR
"Große Sinnkrise in Salzburg" ohne Festspiele
Für Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler steht fest, dass Salzburg ohne das Festival eine "große Sinnkrise" hätte. Das betont sie Freitagabend bei einer Diskussion im Seebrunner Kreis - einem Unterstützerverein der Salzburger ÖVP.
Von Eva Halus, ORF Salzburg Kultur.
Keine Diskussion über Skandale
Überdurchschnittlich oft haben es die Salzburger Festspiele und die Osterfestspiele in den letzten Wochen in die Schlagzeilen geschafft - jedoch nicht aus künstlerischen Gründen, sondern wegen des Verdachts von kriminellen Handlungen.

Über mögliche Skandale wollte der "Seebrunner Kreis"- nicht reden: "Vergangenheit oder Zukunft" wurde im Untertitel der Diskussion gefragt. Doch bereits von Beginn an war klar, dass in diesem Kreis die Zukunft niemand ernsthaft in Frage stellen würde.
Freunde der Festspiele saßen zusammen
Denn schließlich waren es drei Freunde oder Verbündete der Festspiele, mit denen sich Salzburgs Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer (ÖVP) zum Gespräch zusammengesetzt hatte: Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, Peter Alward, seit Mitte Februar geschäftsführender Intendat der Osterfestspiele, und Franz Welser-Möst.

Der Dirigent und ab kommenden Herbst Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper verstand sich selbst als "Salz und Pfeffer" der Diskussion und wagte die Provokation - zumindest hypothetisch: "Setzt einfach einmal ein Jahr die Sommerfestspiele aus. Man würde sehen, was dann passiert."
Künstlerisch und wirtschaftlich.
Viel Gründe für Festspiele
Obwohl nur als Gedankenspiel gedacht, in Salzburg weiß man, warum man die Festspiele hat und auch weiterhin haben will - mit wirtschaftlichen und künstlerischen Argumenten: "Wenn so etwas in Frage gestellt wird, ist es tot. Die Leute verlaufen sich, es ist weg und nicht mehr zu schaffen", sagt Haslauer.

"Es ist so, dass bei den Osterfestspielen in dieser Zeit ungefähr 18 Millionen Euro hereinfließen - dadurch, dass 80 oder 90 Prozent unserer Kunden aus dem Ausland kommen und das Geld hier lassen", ergänzt Alward.
"Unvorstellbare Leere in Salzburg"
"Ich glaube, es wäre einfach eine ganz große Sinnkrise, eine unvorstellbare Leere in Salzburg, wenn es die Festspiele nicht mehr gäbe", betonte Rabl-Stadler.

Ein Abend ohne Störung des Festspiel-Selbstwertgefühls, ohne Gedanken daran, womit die Festspiele die Staatsanwaltschaft beschäftigen.
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