Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Facebook (Bild: APA/EPA/Adi Weda)
INTERNET
Löschrecht für persönliche Daten gefordert
Jeder Österreicher soll das Recht haben zu kontrollieren, welche Informationen über ihn in Sozialen Netzwerken im Internet zu finden sind. Das fordert der Salzburger SPÖ-Parlamentsabgeordnete Johann Maier.
Facebook&Co boomen.
Jeder fünfte Internetnutzer in sozialen Netzen
Soziale Netzwerke im Internet haben im letzten Jahr einen gewaltigen Aufschwung erlebt: Mittlerweile ist jeder fünfte österreichische Internetbenutzer Mitglied bei einer Seite wie zum Beispiel Facebook.

Die meisten schreiben dort regelmäßig Kurzbotschaften, wie es ihnen geht und was sie tun oder veröffentlichen Privatfotos - zum Beispiel von Feiern. Doch diese zunächst harmlosen Meldungen können später durchaus unangenehm werden.

"Nach einer deutschen Studie suchen bereits 28 Prozent der befragten Unternehmen bereits gezielt im Internet nach Informationen über Bewerber", sagt der Salzburger SPÖ-Parlamentarier und Vorsitzende des Datenschutzrates, Johann Maier, "Und es ist natürlich problematisch, wenn private Informationen, Daten, aber auch private Bilder von einem Fest ins Netz gestellt werden."
"Verfallsdatum" für Beiträge gefordert
Das größte Problem: Was einmal im Internet veröffentlicht ist, lässt sich meist nicht mehr völlig spurlos entfernen. Über Suchmaschinen findet man viele eigentlich gelöschte Texteinträge oder Bilder.

Deshalb müsse es hier strengere gesetzliche Regeln geben - und das europaweit, betont Maier: "Es müssen Rahmenbedingungen sein, die klar festlegen: User sollten nie die Kontrolle über einmal im Internet veröffentlichte Daten verlieren. Sie sollen das Recht haben, für selbst erzeugte Inhalte ein Verfallsdatum vorzusehen und personenbezogene Daten auf Wunsch wieder löschen zu können."
Nutzer soll entscheiden können, ob sein Eintrag in Suchmaschinen-Index kommt.
Suchmaschine nur nach Nachfrage aktiv
Zudem sollten die sozialen Netzwerke auch eine Nutzung unter einem anonymen Pseudonym zulassen und ihre Teilnehmer auch fragen, bevor eine Suchmaschine ihre Einträge in den allgemeinen Index aufnimmt, fordert Maier.

Bei Streitfällen sollte künftig das Wohnsitzland des Betroffenen - und damit auch das entsprechende Datenschutzrecht - ausschlaggebend sein, ergänzt der Parlamentarier. Bisher richten sich die Möglichkeiten bei Verstößen gegen den Datenschutz ja nach dem Land, in dem die entsprechende Firma ihren Sitz hat.
Neue EU-Richtlinie wird ab 2011 verhandelt
Die Datenschützer in Europa seien sich zu diesen Forderungen im Wesentlichen einig, sagt Maier. Bis es eine einheitliche EU-Richtlinie geben wird, wird es aber noch etwas dauern. Die Verhandlungen darüber sollen erst im Jahr 2011 beginnen.

Deshalb sollte schon jetzt jeder sehr genau darauf achten, was er selbst über sich im Internet veröffentlicht, empfiehlt der Datenschutzrats-Vorsitzende.

Peter-Paul Hahnl, salzburg.ORF.at
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News