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MI | 11.04.2012
Rettungszufahrt (Bild: ORF/G.H.)
GESUNDHEIT
Ökonom: Viele Spitäler neu bauen
Angesichts hoher laufender und im Vergleich dazu niedriger Baukosten wäre es sinnvoll, viele Spitäler abzureißen und neu zu bauen. Dann könnten die Krankenhäuser auch flexibler angelegt werden, empfiehlt ein Gesundheitökonom.
Flexibilität gefragt
"Bettenburgen" als Krankenhäuser sind out. Das betonte zumindest Bernd Rechel vom Londoner European Observatory on Health Systems beim Gesundheitsforum in Bad Hofgastein (Pongau). Er hat an einer europaweiten Studie über die Zukunft des Krankenhauses mitgewirkt.

Nach dieser Studie müssen künftige Krankenhäuser vor allem flexibel sein: "Zuerst einmal geht es darum, wie Krankenhäuser gebaut werden. Sie sollten zum Beispiel innerhalb des Krankenhauses Wände haben, die leicht abbaubar sind, sodass innerhalb des Krankenhauses leichter Veränderungen stattfinden können - je nach den Anforderungen."
"Es geht nicht darum, wo Dienstleistungen erbracht werden."
Rasche Änderungen müssen möglich sein
Die Anforderungen ändern sich rasch - etwa in Operationssälen, wenn neue Geräte und neue Methoden eingeführt werden, Operationen in einem Tag erfolgen, oder wenn neue Infektionskrankheiten auftreten.

"Das Krankenhaus der Zukunft sollte man sich vielleicht nicht so vorstellen wie ein Gebäude, sondern wie etwas Virtuelles, was innerhalb eines Gebäudes mit Sicherheit irgendwo stattfinden muss. Aber es geht mehr darum, welche Dienstleistungen erbracht werden als wo sie erbracht werden", betont Rechel.
Patienten nicht mehr quer durchs Spital karren
Kurze Wege und rasche Abläufe seien in einem modernen Krankenhaus wichtig: Aus einem Zimmer muss notfalls ein Behandlungsraum und sogar ein Intensivbereich gemacht werden können ohne Patienten quer durchs Spital zu verlegen.

Auch mehr Einzelzimmer mit Grünblick und Sonnenlicht seien einzuplanen, gibt der Ökonom zu bedenken.
"Lohnt sich oft, Krankenhäuser durch Neubauten zu ersetzen."
Bau kaum teurer als zwei Jahre Betrieb
Die Errichtungskosten eines Krankenhauses sind heute kaum höher als zwei Jahre Betriebskosten.

Es könnte sich also durchaus auszahlen, bestehende Krankenhäuser abzureißen, meint Rechel: "Aus dem, was ich gesagt habe, von wegen, dass die Baukosten von Krankenhäusern eigentlich sehr gering sind im Vergleich zu den laufenden Kosten, lohnt es sich tatsächlich oft, Krankenhäuser, die auch vielleicht gar nicht so alt sind - 20, 30 Jahre - durch Neubauten zu ersetzen."

Diese Neubauten sollten dann von vornherein in Abstimmung auf die Gesundheitseinrichtungen einer ganzen Region geplant werden.
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