Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Schild "Achtung Weidevieh auf der Alm" (Bild: ÖAMTC)
BERGE
Parkschaden durch Kühe: Niemand zahlt
Eine Almwanderung kann teuer enden. Denn wenn weidendes Vieh Autos beschädigt, kann es sein, dass die Versicherung aussteigt. Einer Salzburgerin ist das passiert - und sie hat erfahren, dass das gar nicht so selten der Fall ist.
Unliebsame Entdeckung nach Wanderung
An einem Frühlingstag brach die Salzburger Universitätsprofessorin Elisabeth Ardelt-Gattinger zu einer Wanderung in die Dachsteinregion auf. Sie parkte ihr Auto an einem Almweg an der Dachstein-Südwand.

"Ich habe an einer Stelle geparkt, die ausgesehen hat wie eine Haltebucht. Es war an der ganzen Straße kein Halte- oder Fahrverbotszeichen", schildert Ardelt-Gattinger, "Wir sind dann von oben zu meinem Auto zurückgekommen. Und wie ich dann etwa 30 Höhenmeter vom Auto weggestanden bin, habe ich mir gedacht, dass ein außerirdisches UFO gelandet ist."
Auto mit Dellen auf Almparkplatz (Bild: ÖAMTC)
1.600 Euro Schaden
Die Kühlerhaube des Autos war völlig eingedrückt, eine Seite des Wagens zerkratzt. Der Schaden betrug rund 1.600 Euro.

Natürlich waren nicht UFOs die Schuldigen, sondern höchst irdische Lebewesen: "Ich habe die Kühe gesehen und war mir dann ziemlich sicher, dass das irgendein Schaden ist, der durch die Kühe entstanden ist", sagt die Universitätsprofessorin.
Grasende Kühe vom Auto aus gesehen (Bild: Ardelt-Gattinger) Versicherung: "Das kommt häufig vor"
Doch den Schaden ersetzt zu bekommen, war ein fünf Monate langer und letztendlich erfolgloser Marathon an Telefonaten, Auskünften und Verwirrungen. Bei der Polizei, wurde Ardelt-Gatting beispielsweise darauf hingewiesen, den Schaden zu fotografieren, um später einmal die Kuh identifizieren zu können.

Bei der Versicherung erfuhr sie, dass solche Schäden keine Seltenheit sind: "Man hat mir gesagt, dass das häufig vorkommt, dass ganze Reihen von Autos angeknabbert worden wären, weil insbesondere Pferde den Lack gerne hätten. Kühe habe ich erst später erfahren."
Durch Versicherung nicht gedeckt
In Endeffekt wollte niemand für den Schaden aufkommen. Zwar war der Wagen von Elisabeth Ardelt-Gattinger Teilkasko-versichert. Aus mehreren Gründen stieg die Versicherung aber aus.

"Zum einen ist eine Kuh keine betriebsfremde Person - daher war kein Vandalismus möglich", weiß ÖAMTC-Verkehrsjuristin Christina Weiss, "Es ist auch kein Parkschaden, weil Parkschaden so definiert ist, dass ein zweites Fahrzeug dabei involviert sein muss. Und zum dritten war es auch kein Wildschaden, weil selbst wenn in der Kasko-Versicherung das Weidevieh inkludiert gewesen wäre, hätte sich das Auto in Bewegung befinden müssen."
Rat der ÖAMTC-Juristin.
Auf ausgewiesene Parkplätze achten
Um nicht auf so einem Schaden sitzen zu bleiben, sollte man sich auch auf der Alm an offiiziell ausgewiesene Parkplätze halten, rät Weiss: "Beim Parken im Almgebiet sollte man sich immer vorher erkundigen, wo ausgewiesene Parkplätze sind, auch auf die entsprechende Beschilderung achten."

Tourismusverband oder Gemeinde sollten wissen, ob es sich bei dem Wandergebiet um ein ausgewiesenes Alm- Weidegebiet handelt - denn dort dürfen Kühe frei ohne Einzäunung weiden.
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