Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Das Kavernenkraftwerk Hintermuhr (Bild: Salzburg AG)
WIRTSCHAFT
Neues Kraftwerk Hintermuhr eröffnet
Die neue Pumpspeicheranlage des Kraftwerks Hintermuhr in der Lungauer Gemeinde Muhr ist Freitag eröffnet worden. Die Leistung hat sich durch den Umbau von 36 auf 104 Megawatt fast verdreifacht.
Wehranlage eines Wasserkraftwerks (Bild: Salzburg AG)
Zu Spitzenzeiten wird Wasser aus dem Rotgüldensee über einen Stollen zu den Turbinen geleitet und teurer Spitzenstrom erzeugt. In der Nacht pumpt die Turbine das Wasser mit billigem Strom wieder den Berg hinauf, um diese Energie zu speichern.
Brenner würdigt Investitionen
Dieses Kraftwerk der Salzburg AG dient vorrangig zur Abdeckung der Bedarfsspitzen des Tages und ist durch den Ausbau das größte Wasserkraftwerk des Versorgers.

Aufsichtsratsvorsitzender ist LHstv. David Brenner (SPÖ), er verwies bei der Eröffnung auf die enorme Bedeutung des Projektes: "Hier wird Geld in bedeutende Infrastruktur investiert und gleichzeitig werden heimische Arbeitsplätze gesichert. Pro Jahr investiert die Salzburg AG mehr als 100 Mio. Euro."

Seit der Gründung im Jahr 2000 seien es schon mehr als eine Milliarde Euro, so Brenner: "Damit sichert die Salzburg AG laut einer Studie rund 5.000 Salzburger Arbeitsplätze, 2.000 im Unternehmen und 3.000 in anderen Bereichen."
Foto: Gerald Lehner
Francis-Turbine
Lob auch von Eisl
Auch Energielandesrat Sepp Eisl begrüßt die Investition in die umweltfreundliche Stromerzeugung:

"Der Ausbau der Wasserkraft ist ein Beitrag zu einer aktiven Klimapolitik. Jede Kilowattstunde Strom, die erneuerbar produziert wird, bedeutet weniger Strom aus fossilen oder atomaren Quellen. Pumpspeicheranlagen sind notwendig, da sie die einzige Möglichkeit darstellen, Strom in großen Mengen zu speichern."
Mehr Spitzenlaststrom
In der Pumpspeicheranlage des Kraftwerkes Hintermuhr wird in verbrauchsarmen Zeiten Wasser aus dem Öllschützenspeicher in den Rotgüldensee hochgepumpt und in Spitzenlastzeiten durch die Turbinen wieder abgearbeitet.

Arno Gasteiger, Sprecher des Vorstandes der Salzburg AG, verweist auf den speziellen Salzburger Weg beim Ausbau der Wasserkraft: " Trotz Energiesparen wird der Stromverbrauch durch die steigende Ausstattung der Haushalte mit Elektrogeräten und durch neue Anwendungen wie die Elektromobilität weiter steigen."

Durch den Ausbau des Kraftwerkes Hintermuhr zur Pumpspeicheranlage könne mehr Strom bedarfsgerecht und sinnvoll in Salzburg produziert werden - unabhängig von teuren Importen von Energie. Die Salzburg AG erhöht mit dem Kraftwerk Hintermuhr ihren Anteil an der Salzburger Stromproduktion auf 50 Prozent. Ziel sei, 60 Prozent des Strombedarfs abzudecken.
Politische und wirtschaftliche Prominenz bei Kraftwerkseröffnung Hintermuhr. Bild: Salzburg AG
Von links: Arno Gasteiger (Salzburg AG), Bürgermeister Josef Kandler (SPÖ), Sepp Eisl (ÖVP), David Brenner (SPÖ), August Hirschbichler (Salzburg AG) vor Pelton-Turbine in Muhr.
Auch Ökos zufriedengestellt
Das Kraftwerk Hintermuhr ging 1991 als erstes Kavernen-Kraftwerk im Bundesland Salzburg in Betrieb und nutzt den Rotgüldensee als Speicher. Die wesentlichen Anlagen wie Krafthaus, Wasserüberleitung, Druckstollen sowie Schalt- und Umspannanlage sind im Berg untergebracht.

Während der Bauzeit wurde besonders auf die bestehende Tier- und Pflanzenwelt Rücksicht genommen. Eine ökologische Bauaufsicht sorgte für die fachgerechte Bergung, Zwischenlagerung und Wiederverwertung der ursprünglichen Vegetation.

Auch Anschlüsse zahlreicher kleinerer Mur-Zubringer, welche als Laichgebiete und "Kinderstube" für die heimischen Fischarten besonders wichtig sind, seien eine klare Verbesserung für das ökologische Gesamtsystem, hieß es bei der Eröffnung.
Technische Daten
Kraftwerkstyp: Pumpspeicherkraftwerk
Inbetriebnahme: 1991 (Erweiterung Pumpspeicheranlage 2008)
Engpassleistung 104 MW (Megawatt)
Jahreserzeugung: ca. 180 Mio. kWh
Maschinelle und elektrische Anlagen
Turbine 1: Peltonturbine Leistung 36 MW
Turbine 2: Francis-Pumpturbine
Turbinenleistung 68 MW, Pumpleistung 65 MW

Speicher:
Rotgüldensee mit Nutzinhalt 14,9 Mio. m3, Stauziel in 1.733 Metern Seehöhe
Öllschützen mit Nutzinhalt 304.000 m3, Stauziel in 1.236 Metern Seehöhe
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