Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Pilzchen auf Zweig (Bild: ORF)
NATUR
Pilz mögliche Ursache für Eschensterben
Eine neue Eschen-Krankheit alarmiert zurzeit Forstexperten in Europa. Als Ursache für das Eschentriebsterben wird ein kleiner Pilz vermutet. Gegenmaßnahmen sind zurzeit nicht bekannt.
In letzten Jahren über Mitteleuropa verbreitet
Eschen sind nach Buchen, Eichen und Ahorn die häufigste Laubbaumart in Österreichs Wäldern. Seit einigen Jahren machen Forstexperten wie Alexander Zobel von der Forstwirtschaftskammer allerdings beunruhigende Beobachtungen.

"Ausgehend von Polen 1992 hat sich in den letzten vier, fünf Jahren rasant das Eschentriebsterben über Mitteleuropa bemerkbar gemacht, wo Triebe der Esche zurücksterben. Bei jungen Bäumen führt das oft zum Absterben des ganzen Baumes."
Chalara fraxinea wird aber rasch verdrängt, was Entdeckung erschwerte.
Pilz dürfte Leitungsbahnen in Ästen verstopfen
Lange Zeit war nicht klar, wodurch dieses Eschentriebsterben verursacht wird. Nun geht man davon aus, dass der Schlauchpilz Chalara fraxinea - auch weißes Stengelbecherchen genannt - dafür verantwortlich ist.

"Der Pilz dringt vermutlich über das Blatt in den Trieb ein und verstopft die Leitungsbahnen und bringt den Trieb zum Absterben", sagt Zoble, "Wenn der Trieb abgestorben ist, folgen andere Pilze, die von dem toten Zweig leben, verdrängen Chalara fraxinea und somit ist man dem Chalara fraxinea lange nicht auf die Spur gekommen."
Erste Fälle in der Stadt Salzburg
Aber nicht nur Forstwälder sind betroffen: Auch in der Stadt Salzburg weisen Eschen bereits Symptome auf - so einige Bäume in der Leopoldskroner Allee in der Stadt Salzburg.

"Die Bäume bleiben sicher noch bis zum nächsten Jahr stehen, um zu sehen, ob sie wirklich tot sind", sagt Martin Lienbacher vom Stadtgartenamt, "Dann werden sie gefällt und ausgetauscht. Wir haben sie beschnitten. Wir haben nur das Notwendigste gemacht, die Verkehrssicherheit hergestellt, die wirklich großen und gefährlichen Dürräste herunter."
Noch viel Forschungsarbeit notwendig.
Derzeit kein Gegenmittel bekannt
Forstexperten sind nun besorgt, weil abgesehen vom Verursacher das Eschentriebsterben noch wenig erforscht ist: "Es sind sehr viele Fragen zur Infektionsbiologie und zur Ausbreitung und Auswirkung noch offen", sagt Zobel.

Wenn man das Eschentriebsterben nicht in den Griff bekommt, könnte das einen beträchtlichen Schaden für die Forstwirtschaft bedeuten. Denn Eschenholz ist in der Möbelindustrie sehr begehrt. Und ein Gegenmittel zum Pilz ist derzeit nicht bekannt.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News