Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Die eingestürzte Autobahnbrücke 1959 (Bild: ORF)
CHRONIK
Autobahnbrücken-Einsturz vor 50 Jahren
Heute vor 50 Jahren - am 13. August 1959 - ist die Autobahnbrücke über die Salzach bei Salzburg-Hagenau eingestürzt. Das spektakuläre Unglück passierte während eines Hochwassers.
Zuerst Hellbrunner-, dann Autobahnbrücke
Am 13. August 1959 wurde Salzburg von einem Jahrhundert-Hochwasser heimgesucht: Bereits in der Nacht erreichte der Wasserstand der Salzach bedrohliche 5,65 Meter. Zahlreiche Häuser und bewohnte Baracken, die es damals im Süden der Stadt und beim Salzachsee in Liefering gab, mussten geräumt werden.

Am Vormittag stieg dann der Pegel bis auf 6, 78 Meter - 40 Stunden hatte es bis dahin durchgeregnet. Um die Mittagszeit brach die Hellbrunnerbrücke im Süden der Stadt ein. Nur wenige Stunden später - nach 18.00 Uhr - hielt die Autobahnbrücke im Norden der Stadt den gewaltigen Wassermassen nicht nicht mehr stand.
Fahrer erschien Lage zu gefährlich.
Autobus stoppte kurz vor Einsturz
"Durch das Treibholz und die vielen entwurzelten Bäume, die sich an den Pfeilern der Brücke gespeichert haben, wurde der Druck derartig stark, dass sich die Brücke auf der einen Seite langsam gesenkt hat. Dann war ein kurzer Krach und die Hälfte der Brücke war fort", schilderte ein Augenzeuge damals.

Glück im Unglück hat ein voll besetzter Autobus. Dem Lenker des Fahrzeugs, Georg Berger aus Salzburg, erschien die Überfahrt zu gefährlich, er hielt den Bus vor der Brücke an. Wenig später brach sie zusammen.
Die eingestürzte Autobahnbrücke 1959 (Bild: ORF)
"Eine Sensation für Salzburg"
Oskar Anrather, der spätere Pressefotograf, hielt den Brückeneinsturz auf Fotos fest "Das war eine Sensation für Salzburg - denn eine Autobahnbrücke ist schon etwas Stabiles, möchte man glauben. Aber die ist zusammengeknickt wie nichts. Das war ein Startschuss, wo ich mir für das Honorar eine Leica kaufen konnte."

Mit den Fotos vom Brückeneinsturz gewinnt Anrather nicht nur eine Kamera, sondern auch die goldene Medaille für Reportagen.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

"Leute gestikulierten wild"
Wolfgang Mitterbach aus der ORF-Salzburg-Sportredaktion hat den 13. August 1959 noch besonders gut in Erinnerung. An diesem Tag fuhr er bei strömendem Regen mit seinem Vater mit dem Fahrrad von Obertrum nach Salzburg.

"Wir sind nach Hause gefahren, haben uns umgezogen und sind dann Salzach-abwärts marschiert, um das Hochwasser anzuschauen", erinnert sich Mitterbach, "Und Richtung ASV-Platz in Itzling waren schon die Häuser unter Wasser und man konnte nicht mehr weitergehen."

"Der etwas tiefer gelegene ASV-Platz war völlig unter Wasser - es haben gerade noch die Querlatten herausgeschaut. Dann haben wir umgedreht. Am Rückweg sehen wir schon die entgegenkommenden Leute, wild gestikulierend: Die Autobahnbrücke ist eingestürzt."
Autobahnbrücke Salzburg (Bild: ORF)
Die Autobahnbrücke Salzburg-Hagenau im Jahr 2009.
Eingestürzte Brücke "eine Art Ausflugsziel"
ORF-Salzburg-Journalistin Elisabeth Mayer war damals drei Jahre alt. Sie spazierte mit ihren Eltern Salzach-abwärts, um die eingestürzte Brücke anzuschauen: "Ich seh' sie noch vor mir, wie sie in die Salzach hineinhängt. Das war ja damals offenbar so eine Art Ausflugsziel: Gemma Autobahnbrücke schaun."

Beim Einsturz der Autobahnbrücke kam zum Glück niemand zu Schaden. Allerdings waren beim Jahrhunderthochwasser des Jahres 1959 drei Todesopfer im gesamten Bundesland Salzburg zu beklagen.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News