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MI | 11.04.2012
Jochen-Rindt-Oper (Bild: APA/Magdalena Lepka)
kultur
Jochen-Rindt-Oper begeistert Zuseher
Ein Spektakel mit Videos, elektronischen Beats, Arien und vielen alten Rennautos war die Uraufführung der Jochen-Rindt-Oper Donnerstagabend auf dem Salzburgring. Das Publikum war begeistert.
Szenen aus letzten Tagen Rindts nachgespielt
Die Aufführung war etwas Neues. Optisch anspruchsvoll versuchte Regisseur Hubert Lepka den Mythos Jochen Rindt hochleben zu lassen. Mit Hilfe von Feuer, Lichteffekten, Videoleinwänden und lauten Motorenklängen wurde der Salzburgring zur Bühne für das Multimedia-Spektakel.

Lepka ließ Szenen des dokumentarischen Materials rund um Jochen Rindt, seine Frau Nina und Lotus-Chef Colin Chapman in der Boxenstraße nachspielen und Rennen auf der Strecke austragen. Hinter dem Publikum brausten die Oldtimer-Rennwagen über den Salzburgring.
Mit lauten Motorklängen.
Videos und Showeffekte
Die Videoeinspielungen zeigten nicht nur das Geschehen in der Boxenstraße im Detail, sondern auch vorproduzierte Liedszenen oder einen schwer geschockten Heinz Prüller in seinem Kommentar zu Jochen Rindts Tod. Die Musik lieferte Geräuschkulisse, Lieder der damaligen Zeit und eigene Songs, die an Opernarien und -rezitative erinnerten.

Lepka setzte auch stark auf plakative Showeffekte: Die Oldtimer-Rennwägen wurden gekonnt in Szene gesetzt, Kräne hoben Autos in die Luft, in der Boxengasse brannte es und der Klang protziger Automotoren war dauerndes Hintergrundgeräusch.
Jochen-Rindt-Oper (Bild: APA/Magdalena Lepka)
Begeisterung im Publikum
Auch wenn sich die Vorahnungen der Veranstalter bewahrheiteten und ein Regenguss bei der Uraufführung niederging, war das Publikum von dem Spektakel durchaus begeistert.

"Einfach toll", findet es die eine. "Die Autos anzuschauen, ist ganz schön", findet ein anderer Besucher. "Ich habe der Geschichte ganz gut folgen können, obwohl ich zu der Zeit, wo Jochen Rindt verunglückt ist, klein war. Aber es ist wirklich sehr, sehr gut aufbereitet."

Ein etwas älterer Fan war aber auch ambivalent: "Es war fantastisch. Die Mischung aus Aufnahmen und diesem unsagbar traurigem Schluss. Aber die Jungen wird's sehr wenig ansprechen, weil einfach der Bezug fehlt - zu einem österreichischen Idol."
"Mamarazza" Fürstin Manni zu Sayn-Wittgenstein am Salzburgring.
Prominente Motorsport-Enthusiasten auch da
Jochen Rindt und der Motorsport haben trotz der Festspielzeit Prominenz angelockt - so wie "Mamarazza" Fürstin Manni zu Sayn-Wittgenstein: "Ich bin 90 Jahre alt. Und es gibt's nicht, dass ich ein Formel-1-Rennen nicht anschaue. Ich führe Buch. Ich habe in meinem Tagebuch eine Liste, wo von jedem Rennen der Erste, der Zweite und der Dritte drinnensteht."

Die Ur-ur-ur Enkelin von Kaiserin Maria Theresia hat Jochen Rindt und seine Ehefrau Nina gekannt und oft fotografiert.

Ein Foto hat sie ihrem Sohn Peter vermacht. Auf dieses Foto ist er so stolz, dass er es extra zur Opernpremiere mitgenommen hat: "Das ist 1969 beim Training zum Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Da stehe ich mit dem Jochen Rindt zusammen. Und der sprach mich an, was heute auch nicht mehr gang und gäbe ist. War halt ein Idol damals."
Rindt "war ein Symbol für Lässigkeit"
Wie seine Fans damals mit Jochen Rindt mitfieberten und am Ende um ihn trauerten, sollte bei der Rennfahreroper nachvollziehbar vermittelt werden.

Fast 40 Jahre nach seinem Tod weckt der Grazer noch heute Emotionen. Gert Pierer vom Salzburger Rallye Club hat Jochen Rindt persönlich kennengelernt. Für ihn verkörpert der Steirer den Zeitgeist der damaligen Zeit - fast ein bisschen wie ein Rockstar: "Er war schon so ein Symbol für Lässigkeit, Lebensbewältigung, Aufbruch, modern - alles, was wir zu der Zeit nicht hatten, hat er verkörpert."
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