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MI | 11.04.2012
Stempel "Konkurs" (Bild: Fotolia/Gina Sanders)
PINZGAU
170.000 Euro Vereinsgelder unterschlagen?
Der "Verein für Arbeit und Umwelt" mit Sitz in Bruck an der Glocknerstraße (Pinzgau) hat am Donnerstag Konkurs angemeldet. Die bisherige Geschäftsführerin des Vereins steht unter Verdacht, 170.000 Euro unterschlagen zu haben.
Elf Jahre lang Gewinne einkassiert?
Elf Jahre hindurch soll die mittlerweile fristlos entlassene Geschäftsführerin des "Vereins für Arbeit und Umwelt" die Jahresgewinne von rund 25.000 Euro unterschlagen haben, so der Verdacht der Vereinsverantwortlichen. Insgesamt geht es um einen Schaden in der Größenordnung von 170.000 Euro. Der Staatsanwalt ermittelt.

Auslöser für den Konkursantrag sei jedoch letztlich das Verhalten von Arbeitsmarktservice und Sozialbehörde des Landes gewesen, ärgert sich Vereinsobmann Alexander Böhm, der ehemalige AK- Präsident.
Man wolle keine Präzedenzfälle schaffen.
Keine Unterstützung von AMS und Land
Beide Instistutionen hätten von Böhm verlangt, dass er innerhalb von 30 Tagen je 85.000 Euro an Fördergeld an das Land bzw. an das AMS zurückzahlt. Sein dringendes Bitten um Stundung der Summen, bis das Gerichtsverfahren gegen die entlassene Geschäftsführerin abgeschlossen ist, sei brüsk zurückgewiesen worden.

Man wolle keine Präzedenzfälle schaffen. Auch Soziallandesrätin Erika Scharer (SPÖ) habe kein Machtwort gesprochen und ihn nicht unterstützt. Obmann Böhm blieb nichts anderes übrig als zum Konkursrichter zu marschieren.

Er konnte die Löhne für die 15 Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. Die ohnehin am Existenzminium lebenden Mitarbeiter mussten sich am Mittwoch bei der Bezirkshauptmannschaft Zell am See um Unterstützung anstellen. Die Beamten dort waren von der Sozialabteilung des Landes nicht einmal vorinformiert worden.
Auftragsbücher sind eigentlich voll
Bezirkshauptfrau Rosmarie Drexler sagte auf Anfrage, man werde die Betroffenen sicher nicht im Regen stehen lassen und ihnen nach Kräften helfen. Einige von ihnen haben Obmann Böhm zugesichert, dass sie vorerst auch ohne Lohn weiterarbeiten wollen.

Die Auftragsbücher für Übersiedlungen und Gartenarbeiten sind voll, Kunden müssen Wartezeiten bis zu drei Wochen in Kauf nehmen. Wie es mit dem Verein weitergehen soll ist offen. Vorerst hat der Masseverwalter das Wort. Besonders dramatisch ist, dass jetzt Obmann Böhm und sein engagierter Vereinsvorstand für die Schulden persönlich haften.
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