Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Das abgebrannte Schloss Arenberg (Bild: Aktivnews/F.F.)
STADT SALZBURG
Schloss-Sanierung wird ein Jahr dauern
Am Tag nach dem Großbrand in Schloss Arenberg in der Stadt Salzburg ist die Feuerwehr immer noch mit dem Löschen von Glutnestern beschäftigt. Der Schaden geht in die Millionen, die Sanierung wird mindestens ein Jahr dauern.
5,3 Millionen Euro für Renovierung und Restaurierung.
Zwei Stockwerke müssen abgetragen werden
Die Sanierung des Schlosses Arenberg wird mindestens ein Jahr dauern. "Es sieht so aus, dass die oberen zwei Stockwerke abgetragen werden müssen. Die Decken haben sich durch das viele Wasser beim Löscheinsatz 'vollgesoffen'", sagt Leonhard Santner, der Geschäftsführer der Bauträgergesellschaft gswb.

Die Kosten für Renovierung, Restaurierung etc. bezifferte der Vorsitzende der Stiftung der American Austrian Foundation, Heinrich Spängler, mit rund 5,3 Millionen Euro.

Zunächst würden die wichtigsten Sofortmaßnahmen zur Erhaltung der Substanz sowie Sicherungsmaßnahmen stattfinden, sagt gswb-Geschäftsführer Christian Wintersteller.
Vortragssaal unter Wasser (Bild: ORF) 1,8 Millionen Liter Löschwasser
Nicht nur durch das Feuer, sondern auch 1,8 Millionen Liter Löschwasser haben das Biedermeierschloss mit wertvollen Holzdecken und Intarsienarbeit schwer beschädigt.

Das Dach wird jetzt komplett abgerissen - die Dachbalken drohen einzustürzen. Noch immer tragen Arbeiter Bilder, Statuen und alte Möbel aus dem Schloss. Das Innere des Schlosses sieht verheerend aus: Überall sind Lacken des Löschwassers, teilweise rinnt es aus den Steckdosen.
Schwere Schäden an Schloss Arenberg.
"Man muss das Haus komplett trockenlegen"
Architekt Rainer Kaschl war einer der Gutachter bei einem ersten Rundgang am Dienstag. Sein Urteil ist nüchtern: "Man muss das ganze Haus komplett trockenlegen. Das wird eine längere Zeit beanspruchen. Vor allem die Holzdecken sind vollgesogen mit Wasser. Die Kasettendecken muss man restaurieren, die Intarsien, die Türen. Ich weiß nicht, ob man den Boden überhaupt erhalten kann."

Nach einer ersten groben Schätzung könnte sich der Schaden auf "sechs, sieben Millionen" Euro belaufen, sagt Kaschl - "Ich weiß es aber nicht." Klar ist, dass Schloss Arenberg wieder aufgebaut werden soll.
Verwüsteter Dachboden (Bild: ORF)
Feuerwehrmann auf dem Dach von Schloss Arenberg (Bild: ORF) Waghalsige Aktion eines Feuerwehrmannes
Die Helden des Tages sind die Feuerwehrmänner - sie haben bei dem Großbrand versucht zu retten, was zu retten ist. Einer war ganz besonders in Gefahr: Gerald Himmelbauer. Er wollte am Montag am Dach löschen, aber es wurde zu heiß und er musste sich kopfüber durch eine Dachluke stürzen.

"Es ist immer heißer geworden - gerade dort, wo wir gestanden sind", schildert Himmelbauer, "Es ist nicht mehr anders gegangen - so schnell wie möglich hinein, das Werkzeug liegenlassen und fertig. Ich hätte versucht, so in das Fenster einzusteigen, bin aber mit meiner Pressluftflasche überall hängengblieben. So bin ich kopfüber hinein, damit ich drinnenbin."
So ein Brand "nur alle Jahrzehnte"
"Es ist für die Stadt Salzburg sicher ein Brand, der nur alle Jahrzehnte vorkommt", sagt Branddirektor Eduard Schnöll, "Wir haben das zweite Mal in der Nachkriegsgeschichte mit den Drehleitern aus Wals-Siezenheim und Seekirchen einen Einsatz in der Stadt Salzburg durchgeführt."

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News