Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Junge Frau trinkt Mineralwasser (Bild: ORF)
ERNÄHRUNG
Hormone im Mineralwasser: Hersteller besorgt
Mineralwasser in Plastikflaschen ist teilweise stark mit Umwelthormonen belastet - das zeigt eine deutsche Untersuchung. Obwohl von gesundheitlichen Folgen derzeit keine Rede ist, sind Mineralwasserhersteller wie Gasteiner besorgt.
Geschäftsführer will aber Detailergebnisse der Studie.
Gasteiner: "Bei uns sicher nicht der Fall"
Er nehme die Frankfurter Untersuchung sehr ernst, sagt Wolfgang Kubinger, Geschäftsführer von Gasteiner Mineralwasser. Er sei auch an Detailergebnissen der Studie interessiert.

Gleichzeitig aber beruhigt Kubinger Konsumenten von Plastikflaschen-Mineralwasser: "Bei uns in Österreich ist das sicherlich nicht der Fall, so wie es da in der ausländischen Studie jetzt gezeigt worden ist. Ich schließe es vorerst aus, weil wir ein zertifizierter Betrieb sind und auch von unseren Lieferanten entsprechende Zertifikate haben."
Hormone aus Plastikflasche ausgelaugt
Die Untersuchung des Frankfurter Biologen Martin Wagner hatte ergeben, dass die meisten Mineralwässer deutlich stärker mit Umwelthormonen belastet sind als Leitungswasser - zumindest im Raum Frankfurt. In zwölf von 20 untersuchten Wässern hatte Wagner eine erhöhte Hormonaktivität nachgewiesen.

"Wir haben Mineralwasser aus Glas- und Plastikflaschen verglichen und haben festgestellt, dass es eine deutlich erhöhte Hormonaktivität in den Mineralwässern aus den Plastikflaschen gab", schildert der Biologe. "Wir können jetzt sagen, dass zumindest ein Teil von diesen Umwelthormonen aus der Plastikverpackung auslaugt."
Forscher wollten nur Aktivität der Hormone messen.
Von Gesundheitsrisiko keine Rede
Von einem akuten Gesundheitsrisiko will Wagner aber ausdrücklich nicht sprechen: "Wir haben unsere Studie nicht gemacht, um irgendwas über ein Gesundheitsrisiko zu sagen. Wir haben die Studie gemacht, um erst einmal herauszufinden: Kann man überhaupt diese Hormonaktivität messen?"

Grundsätzlich gebe es aber schon lange eine Diskussion um die Wirkungen der Umwelthormone, weiß der Biologe. Denn "wenn wir uns die Spermienqualität bei westeuropäischen Männern anschauen, dann sinkt die seit 50 Jahren stetig. Die Unfruchtbarkeit nimmt stetig zu, Brustkrebsraten nehmen stetig zu."

Das habe vielfältige Ursachen - "aber es gibt mittlerweile viele Wissenschaftler, die sind der Meinung, dass natürlich auch diese Umwelthormone da mit hineinspielen."
Nächste Untersuchungen geplant
Der nächste Schritt der Frankfurter Forscher wird sein herauszufinden, um welche hormonwirksamen Substanzen es sich handelt und wie sie in das Mineralwasser kommen.

Darauf wartet auch die AGES, die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, die auch in Salzburg einen Standort hat.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News