Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Hotel (Bild: ORF)
LOFER
Streit mit Gemeinde: Hotel das vierte Jahr zu
Der gastronomische Leitbetrieb von Lofer, das "Bräu", hat jetzt bereits das vierte Jahr geschlossen. Ursache ist ein lang andauernder Streit um einen Schaden, der nach einem Kanalbau der Gemeinde entstanden ist.
Risse seit Kanalbau
Das Bräu im Zentrum von Lofer wurde 1639 - während der Herrschaft von Erzbischof Paris Lodron - erbaut. Beim Rundgang eines "Salzburg heute"-Teams zeigte sich das Gebäude ungeheizt, aber in tadellosem Zustand: In der Kapuzinerstube ist die Tafel fein gedeckt, als könnte das "Bräu" morgen geöffnet werden - wenn fest geheizt werden würde.

In der Tiroler Stube ist das Malheur aber sichtbar: Risse im Fußboden, das Hauseck hat sich gesenkt, die Wandverkleidung zeigt Spalten. An der Fassade außen traten Risse auf, nachdem vor dem Haus ein Kanal gegraben worden war.
Riss in der Fassade des Hotel Bräu (Bild: ORF)
Umbau wegen Rechtsstreits mit Gemeinde verzögert.
Betriebssperre wegen Schäden am Gebäude
Zunächst wurde der Betrieb weitergeführt, erzählt Eigentümer Martin Herbst: "Der Schaden hat in erster Linie einmal bewirkt, dass wir einen doch etwas schlechten Ruf bekommen haben - denn ein Haus, das einen großen Riss vorne aufweist und wo die Leute nicht wissen, warum und wieso, hat natürlich immer den Beigeschmack: Das Haus geht gleich ein."

Der Riss zieht sich bis in den ersten Stock. Generell müsste das Bräu renoviert werden - doch wegen des Rechtsstreits mit der Gemeinde war ein Umbau nicht möglich. Deshalb gab es eine Betriebssperre.
Wann wieder geöffnet wird, ist aber noch nicht klar.
Gerichtsverfahren vor Abschluss
"Hätten wir nur eine Geringfügigkeit am Haus geändert, hätten wir ja ursächlich - zumindest hat das der Anwalt so gesagt - die Verbindung zum Schaden übernommen", schildert Herbst, "Das heißt: Wir wären unter Umständen dann selbst schuld gewesen an diesem Schaden, der hier jetzt ja eindeutig zugewiesen wurde."

Mittlerweile steht das Gerichtsverfahren vor dem Abschluss. Ein Aufsperren ist aber wegen der Wirtschaftskrise und des Konflikts mit der Gemeinde unsicher.

Der Eigentümer appelliert: "Die Gemeinde müsste endlich einmal sagen: Schluss, jetzt machen wir etwas, jetzt geht's weiter. Die Gemeinde verliert ja pro Jahr mehr an Steuereinnahmen, die sie durch Gästenächtigungen bekommen hat, als dieser ganze Schaden da ist."
Bürgermeisterin will "unterstützend da sein"
Im Rathaus spielt Bürgermeisterin Bettina Mitterer (ÖVP) den Konflikt herunter: "Ich bin sicher diejenige, die sehr bemüht ist, dass die Häuser von Herrn Herbst wieder aufgesperrt werden können. Ich bin gerne bereit, hier unterstützend da zu sein."

"Es wurden bei uns in den letzten Jahren einige Häuser renoviert und auch wieder eröffnet", sagt Mitterer, "Da war ich seitens der Gemeinde sicher auch bemüht, dass das Verfahren schnell geht und dass man einfach die Hilfe anbietet, die man machen kann."

Doch zunächst bleibt der Loferer Leitbetrieb Hotel Bräu weiter geschlossen.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News