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MI | 11.04.2012
Piste in der Gletscherwelt Weißsee (Bild: ORF)
OBERPINZGAU
Für Weißsee-Skigebiet geht es ums Überleben
Die Landesumweltanwaltschaft will den geplanten Tauernmooslift im Weißsee-Skigebiet bei Uttendorf (Pinzgau) auf jeden Fall verhindern. Sollte der Lift nicht gebaut werden, dürfte das das Aus für das Skigebiet bedeuten, drohen die Betreiber.
Kleines Gebiet braucht "akzeptables Angebot"
Das Panorama in dem Skigebiet rund um die auf 2.300 Metern Seehöhe gelegene Rudolfshütte ist prachtvoll: Allerdings ist die Weißsee Gletscherwelt klein - mit nur 21 Kilometer Pisten. Sie ist ein Familienskigebiet abseits der großen Zentren.

Zwar ist die Auslastung der Rudolfshütte extrem hoch - bei rund 90 Prozent. Um wirtschaftlich aber gesichert überleben zu können, müsse das Skigebiet erweitert werden - um den umstrittenen Sessellift beim Tauernmoos-Stausee: "Wir brauchen unbedingt einen Lift, um ein akzeptables Angebot bieten zu können", sagt Betreiber Wilfried Holleis, "Ich gehe davon aus, dass wir einen positiven Bescheid von der Bezirkshauptmannschaft Zell am See bekommen Gegen den wird leider der Umweltanwalt berufen, wie er angekündigt hat. Aber ich bin jetzt sehr optimistisch, dass wir im nächsten Jahr bauen können."
Rotsterniges Blaukehlchen (Bild: ORF)
Rotsterniges Blaukehlchen nistet im Gelände beim Tauernmoos-Stausee.
Seltener Vogel Indikator für unberührte Natur
Der Salzburger Landtag steht praktisch geschlossen hinter dem neuen Lift-Projekt. Dagegen sind aber die Grünen und Naturschützer. Denn das rotsternige Blaukehlchen, ein seltener Vogel im hochalpinen Gelände, hat im Bereich des geplanten Lifts seine Brut- und Nistplätze.

Daran habe auch die Umplanung des Projekts nichts geändert, betont Landesumweltanwalt Wolfgang Wiener: "Jetzt sind natürlich bei dem Problem, dass das rotsternige Blaukehlchen nur ein Indikator ist für eine extrem hochwertige, unberührte, schöne Landschaft. Ich glaube, es ist nicht so sehr die Frage, in welchem kleinen Abschnitt der Lift gebaut wird, sondern ob er überhaupt gebaut werden kann. Ich bin in diesem Gebiet grundsätzlich dagegen."
Für Gemeinde wäre das ein "dramatischer Absturz".
Betreiber will ohne neuen Lift aussteigen
Naturschutz gegen wirtschaftliche Interessen lautet einmal mehr der Konflikt. Denn ohne den neuen Lift werde es die Weißsee-Gletscherwelt in absehbarer Zeit nicht mehr geben, gibt Holleis zu verstehen: "Dann gibt es nur Varianten, dass man das als irrsinnigen Zuschussbetrieb führt. Das wird der Staat wahrscheinlich nicht machen. Ich bin Unternehmer, ich möchte keine Subventionen. Ich würde mich dann auf jeden Fall zurückziehen."

Für die Gemeinde Uttendorf wäre der Verlust des Skigebiets am Weißsee aber katastrophal, betont Bürgermeister Franz Nill (SPÖ): "Es geht ja nicht nur um den Lift alleine. Es geht auch darum, ob man sich auf diesem Standort touristisch weiterentwickeln kann. Wenn man das nicht kann, muss man ganz ehrlich sagen, dass es in vier, fünf Jahren da heroben keinen Tourismus mehr geben wird. Was das heißt, haben wir im Jahr 2001 gesehen: ein dramatischer Absturz. Und der steht uns wieder bevor. Deswegen bemühen wir uns auch so, dass wir den Betrieb da heroben weiter ausbauen können."
Jetzt stehen Verfahren an
Den Tauernmooslift genehmigen muss jetzt einmal die Bezirkshauptmannschaft. Dann wird beeinsprucht, und dann ist das Land am Zug. Die Betreiber der Weißsee-Gletscherwelt rechnen mit einem Baubeginn für den Tauernmooslift im nächsten Sommer.
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