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MI | 11.04.2012
Güterzug (Bild: ORF)
Verkehr
Pinzgauer Lokalbahn startet Güterverkehr
Die Pinzgauer Lokalbahn soll wieder mehr als Güterstrecke genutzt werden. Am Montag machte die Piesendorfer Firma Senoplast den Anfang. Die Lokalbahn will die regionale Wirtschaft wieder für sich gewinnen.
Senoplast verlagert von Straße auf Schiene
Mit der Wiederaufnahme des Güterverkehrs auf der Pinzgauer Lokalbahn ist vielen gedient: die Bahn selbst baut neben dem Personennahverkehr und der Touristenbeförderung ein drittes Standbein auf.

Die Firma Senoplast verlagert den Transport von der Straße auf die Schiene - was zwar keinen finanziellen Gewinn, aber hohe Imagewerte verspricht. Und das Land als Eigentümer der Bahn kann einen Erfolg im Nahverkehr vorweisen.
"Wir streben in etwa an, dass bei den Umsatzzahlen der Güterverkehr einen Anteil von 20 Prozent erreicht."
Salzburg AG steckt sich hohe Ziele
Betreiber der Pinzgauer Lokalbahn ist die Salzburg AG, und deren Verkehrsbetriebschef Gunter Mackinger hat im Pinzgau große Ziele.

"Das sind Lagerhäuser, das sind Altmaterialien-Entsorger, das sind aber auch holzbearbeitende Betriebe, die großes Interesse daran zeigen, dass Holz wieder auf der Schiene in den Pinzgau gebracht wird. Wir streben in etwa an, dass an den Umsatzzahlen der Güterverkehr einen Anteil von 20 Prozent erreicht", so Mackinger.
"Seno" will auch Rohstoffe transportieren
Mit Hilfe anderer Unternehmen aus dem Oberpinzgau soll der Güterverkehr ausgebaut werden, dabei darf die Firma Senoplast als Vorreiter nicht fehlen. Denn derzeit werden nur Fertigprodukte in Containern verschickt, Senoplast-Eigentümer Wilhelm Klepsch will künftig aber auch Rohstoffe transportieren.

"Jetzt verlanden wir Fertiggüter, die mit Containern weiter weg gehen. Das ist aber nur der Beginn, was ich wirklich anzubieten hätte, wären die Granulate. In einem Zeitraum von fünf Jahren kann diese Infrastruktur durchaus geschaffen werden", meinte Klepsch.
"Wir rechnen bei einem Vollbetrieb mit 30.000 bis 50.000 Jahretonnen, das ist eine Ersparnis von etwa 4.000 Lkw-Fahrten pro Jahr."
"Herzensangelegenheit" von Haslauer
ÖVP-LHstv. Wilfried Haslauer hat die Bahn zu einer Art Herzensanliegen gemacht und sieht in einem ausgebauten Güterverkehr positive Auswirkungen auf den Straßenverkehr.

"Es gibt weitere Betriebe, die interessiert sind. Wir rechnen bei einem Vollbetrieb mit 30.000 bis 50.000 Jahretonnen, das ist eine Ersparnis von etwa 4.000 Lkw-Fahrten pro Jahr", erklärte Haslauer.

Die Pinzgauer Lokalbahn gibt es seit 1898, zuletzt wurden jährlich rund 700.000 Fahrgäste befördert. Seit dem Hochwasser 2005 ist die Strecke ab Mittersill bis Krimml unterbrochen - sie soll aber wieder aufgebaut werden.
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