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MI | 11.04.2012
Kranzniederlegung der Kameradschaft IV auf dem Salzburger Kommunalfriedhof (Bild: ORF)
"WAFFEN-SS"
Umstrittene "Kameradschaft IV" aufgelöst
Wenn auf dem Kommunalfriedhof heuer der Toten gedacht wird, marschiert die umstrittene "Kameradschaft IV" nicht mehr auf. Der Verein von Veteranen, der ehemalige Soldaten der Waffen-SS ehrte, hat sich aufgelöst.
Kranzniederlegung der Kameradschaft IV auf dem Kommunalfriedhof Salzburg.
"Auf Gewinnung von Nachwuchs verzichtet"
Die stark sinkende Zahl der Mitglieder hat die Vereinsführung veranlasst, bei der Polizei die Auflösung der Soldatenvereinigung "Kameradschaft IV" bekanntzugeben. Der Verein habe - wie es heißt - "bewusst auf die Gewinnung von Nachwuchs verzichtet". "Kameradschaft und Schicksalsgemeinschaft" könnten nur unter Angehörigen der Kriegsgeneration bestehen, hieß es bei der "Kameradschaft IV".

Nach 52 Jahren ist der Verein, dessen Auftreten immer wieder für heftige Proteste bei Gegnern des Nationalsozialismus gesorgt hatte, aufgelöst, sagt Rudolf Feichtinger von der Salzburger Polizei: "Es gab hier Mitte der 1990er-Jahre heftige Demonstrationen mit größeren Einsätzen der Polizei gehabt."
Anzeigen auf beiden Seiten
Weil die ehemaligen Soldaten aus Wehrmacht und SS zu Allerheiligen auch der Kameraden der ehemaligen Waffen-SS gedacht hatten, hat es immer wieder Tumulte und Gegen-Demonstrationen auf dem Friedhof gegeben.

Polizeichef Feichtinger erwähnt neben Störaktionen linksgerichteteter und bürgerlicher Demonstranten auf Gegenseite der ehemaligen Soldaten Verstöße nach dem Abzeichen-Gesetz bei der "Kameradschaft IV": "Auch hier wurde entsprechend eingeschritten und Dinge zur Anzeige gebracht", sagt Feichtinger.

Die "Kameradschaft IV" wurde 1956 - ein Jahr nach Abzug der amerikanischen Befreier Österreichs vom Nationalsozialismus - in Salzburg gegründet und hatte am Beginn mehr als 200 Mitglieder.
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