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MI | 11.04.2012
Journalisten (Bild: APA/Johannes Eisele)
SICHERHEITSTAGE
Scharfe Kritik an Korruption in Medien
Journalisten haben Donnerstag zum Abschluss der Sicherheitstage in Leogang (Pinzgau) scharfe Kritik an der eigenen Branche geübt: In Medien habe Korruption neue Höhepunkte erreicht.
"Motto: Sehen wir´s nicht so eng"
Die Korruption macht vor nichts Halt - nicht vor der Politik, nicht vor den Behörden und schon gar nicht vor den Medien. Den Grund dafür sieht die Kolumnistin Anneliese Roher darin, dass die Österreicher eine besonders niedrige Hemmschwelle hätten, wenn es um Korruption geht:

"Unser nationales Motto ist: Das soll man alles nicht so eng sehen. Da gibt´s einen Finanzminister, der Steuern hinterzieht und man sagt: 'Was soll´s. Steuern hinterziehen in Österreich alle', war damals die Reaktion. Dass das einfach nicht geht und es hier ganz einfach Grenzen gibt, das sieht man bei uns nicht. Die Änderung muss da im Kopf statt finden."

Auch in den Medien gebe es immer wieder Korruption - etwa durch Geschenke wie Reisen und Einladungen, ergänzte Rohrer.
"Journalisten müssen 'Nein' sagen können"
Ähnlich argumentiert der Chefredakteur der Tageszeitung " Die Presse", Michael Fleischhacker. Die Korruption in den Medien halte derzeit auf einem neuen Höhepunkt. Immer wieder würden etwa Anzeigenkunden keine Inserate mehr schalten, weil sie mit der Berichterstattung über die eigene Firma nicht zufrieden sind.

Gerade während der Finanzkrise in den letzten Wochen seien viele Interventionen aus der Politik gekommen, mit der Bitte, weniger kritisch zu sein, berichtete Fleischhacker:

"Da kommt schon der Druck aus der Politik, die sagt: 'Seit doch jetzt nicht überkritisch, denn sonst seit ihr mit verantwortlich für eine Prolongierung der Vertrauenskrise. Das einzige Gegenmittel sind gründliche Recherche und wohl auch zwei Worte, die für Journalisten besonders wichtig sind: Nein, danke."
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