Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Bianca Jagger mit ihrem wertvollen Platin-Gold-Ring (Bild: DPA/Kugler)
FINDERLOHN?
Jaggers Ring verwaist in Safe
Der Verlust des Platinringes von Bianca Jagger hat im August viel Aufsehen erregt. Das offenbar 200.000 Euro teure Stück scheint nun niemanden mehr zu interessieren. Und ehrliche Finder warten noch auf Finderlohn.
Im Gemeindeamt Hof verwahrt
Jetzt liegt das Schmuckstück, das zumindest laut Bianca Jagger 200.000 Euro wert sein soll, bereits eineinhalb Monate verwaist in einem Safe der Gemeinde Hof bei Salzburg (Flachgau). Der Ring scheint niemandem abzugehen. Die zwölfjährige Sarah aus Hof wartet immer noch auf ihren Finderlohn.

Die Ex-Frau von Rolling Stone Mick Jagger hatte den Ring vor einem Hotel beim Ginzkey-Platz in Salzburg-Süd verloren. Sarahs Vater Reinhard Ringler hob das Juwel dort am 22. August auf und ließ es später auf die Polizeiinspektion seiner Heimatgemeinde Hof bringen.

Der von Bianca Jagger selbst entworfene und von einem britischen Juwelier angefertigte Ring wird von der Gemeinde - als zuständiger Fundbehörde - bis zu seiner Abholung verwahrt. "Gemeldet hat sich bei uns noch keiner", hieß es am Montagnachmittag aus der Amtsstube.
Finderlohn weder zugesagt noch abgelehnt
Den gesetzlichen Finderlohn von fünf Prozent des Wertes - falls die geschätzten Angaben stimmen, sind das 10.000 Euro - versprach der Salzburger Unternehmer seiner Tochter. Sein Rechtsanwalt Paul Kreuzberger aus Bischofshofen (Pongau) telefonierte mit der Besitzerin höchstpersönlich über die weitere Vorgangsweise. Jagger sei zwar froh gewesen, dass der Ring wieder aufgetaucht ist: "Sie hielt sich aber über eine Auszahlung des Finderlohnes bedeckt", sagte der Anwalt zur APA. Sie habe weder zugestimmt noch abgelehnt.

Jagger habe in dem Telefonat zugesichert, dass sich ihr Anwalt bald bei ihm melden werde, schilderte Kreuzberger: "Er hat aber noch nicht bei mir angerufen."
Ist der Ring weit weniger wert?
Gerüchte kursieren, wonach der Ring weniger wert sein soll als vermutet. Der Finder hatte wegen des außergewöhnlichen Designs zuerst angenommen, es handle sich um einen Schlüsselhänger "mit einem maximalen Wert von 40 Euro" und schenkte ihn seiner Tochter. Als er aus der Zeitung erfuhr, wie wertvoll der mit einem 15-Millimeter-Aquamarin und kleinen Brillanten verzierte Fund sei, übermittelte er ihn der Polizei.

Rechtlich gesehen kann die Society-Lady ihr Unikat jederzeit abholen oder von einem Vertreter abholen lassen. "Dazu ist ein Identitätsnachweis erforderlich", erläuterte Kreuzberger. Erst nach Abholung des Ringes könne man den gesetzlichen Finderlohn geltend machen. Zahlt die Besitzerin den Betrag nicht freiwillig aus, müsse er den Wert des Gegenstandes nachweisen und den Finderlohn einklagen, so der Bischofshofener Anwalt. "Ich gehe aber davon aus, dass das nicht notwendig sein wird." Langes Warten wird belohnt: Nach einem Jahr gehört das Fundstück dem Finder.
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