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MI | 11.04.2012
Der Salzburger Landtag (Bild: ORF)
Politik
Landtag beschäftigt "Krimi" um Wolfgang Eisl
Der Landtag beschäftigt sich am Mittwoch mit der Rolle des früheren ÖVP-LHStv. Wolfgang Eisl im Konkursfall der Erlebniswelt "Blue Dome". Der vom Landesrechnungshof dazu verfasste Bericht weise auf zahlreiche Verstöße und Widersprüche hin.
Landesfördergelder ohne Förderansuchen
Wolfgang Eisl war Wirtschaftsreferent der Landesregierung und gleichzeitig Steuerberater und Beiratsmitglied der WOTEG (Wolfgangsee Tourismus Erlebnisgesellschaft), deren Tochter die Pleite gegangene Wassererlebniswelt "Blue Dome" betrieben hat - diesen Interessenskonflikt bei Wolfgang Eisl sieht der Landesrechnungshof, den die Freiheitlichen eingeschaltet haben.

Der "Blue Dome" erhielt außerdem Landesfördergelder ohne Förderansuchen, die Besucherzahlen seien völlig falsch eingeschätzt worden, genauso wie die Finanzierung.
"Er hatte Insider-Informationen, die dem Beirat und dem Geschäftsführer vorenthalten wurden."
Insider-Informationen anderen vorenthalten?
FPÖ-Klubchef Karl Schnell will endlich Aufklärung: "Wenn man den Rechnungshofbericht liest, da gibt es überhaupt nichts, was gestimmt hat, aber schon gar nichts."

Auch SPÖ-Wirtschaftssprecherin Gudrun Mosler-Törnström ist für Klarheit im Fall Wolfgang Eisl.

"Der Rechnungshofbericht liest sich wie ein Krimi und immer wieder laufen die Fäden bei Wolfgang Eisl zusammen. Er hatte Insider-Informationen, die dem Beirat und dem Geschäftsführer vorenthalten wurden", erkärt Mosler-Törnström.
"Ruinieren sie jetzt noch den Flughafen?"
Wolfgang Eisl sei ja schließlich kein einfacher Steuerberater, sagt FPÖ-Chef Karl Schnell und fordert Konsequenzen. Denn immerhin sitze Eisl jetzt auf Wunsch von LHStv. Wilfried Haslauer (ÖVP) im Aufsichtsrat der Flughafen Gesellschaft

"Die Konstrukte hier, die sind wirklich abenteuerlich. Da gibt es überhaupt nichts, was gestimmt hat und das ist das Traurige und dann kann man schon sagen: 'Okay, war ein Versager. Hat halt leider offensichtlich kein gutes Händchen gehabt in solchen Dingen.' Aber dann weiter zu machen und zu sagen: 'Jetzt schicken wir ihn zum Flughafen, vielleicht ruinieren wir den ja auch noch!'", wetterte Schnell.
ÖVP: Die Vorwürfe des Rechnungshofes würden mehr den Blue-Dome-Geschäftsführer, denn Wolfgang Eisl selbst treffen.
ÖVP stimmt Dringlichkeit ebenfalls zu
Nur die ÖVP verteidigt Wolfgang Eisl: Er sei niemals gleichzeitig Steuerberater, Politiker und Beiratsmitglied gewesen. Und: Die Vorwürfe des Rechnungshofes würden mehr den Blue-Dome-Geschäftsführer, denn Wolfgang Eisl selbst treffen, sagt Klubvorsitzende Gerlinde Rogatsch.

Aber: "Ich stimmte der Dringlichkeit zu, weil hier massive Vorwürfe erhoben werden und wir werden uns am Nachmittag im Ausschuss auch eingehend damit befassen. Eine Vorverurteilung, sage ich für meine Fraktion, lehnen wir aber ab", betont Rogatsch am Mittwoch.

Die Landtag zieht also die Beratungen über den Vernichtenden Rechnungshofbericht vor. Ob die Abgeordneten Mittwochnachmittag zu einer Klärung der Rolle Wolfgang Eisls im Blue Dome-Konkurs kommen, ist jedoch mehr als fraglich.
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