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MI | 11.04.2012
Michael Staudinger, Meteorologe. Bild: Gerald Lehner
AMSTERDAM
Internationale Auszeichnung für Staudinger
Der Salzburger Meteorologe Michael Staudinger hat mit einem niederländischen Kollegen in Amsterdam eine internationale Auszeichnung für ein im Internet platziertes Warnsystem vor Naturkatastrophen und Stürmen erhalten.
Abgedecktes Dach in Gröbming (Bild: ORF) Online-Plattform für Sturmwarnung
Orkantief Kyrill hat im Jänner 2007 nicht nur verheerende Schäden angerichtet, er war quasi auch die Initialzündung für ein europaweites Sturmwarnsystem.

Dieses heißt "meteoalarm", wird mittlerweile mit Informationen aus 30 Ländern gespeist - und wurde vom österreichischen Meteorologen Michael Staudinger von der ZAMG in Salzburg entwickelt. Gemeinsam mit einem niederländischen Kollegen wurde Staudinger nun in Amsterdam mit dem "Outreach & Communication Award 2008" ausgezeichnet.
meteoalarm.eu
Titelseite der Website meteoalarm.eu
Preis mit Frank Kroonenberg
"Ein Orkantief, wie zum Beispiel Kyrill, betrifft nicht nur ein Land - es zieht seine Spur der Verwüstung über viele Länder", sagt Staudinger. "Um hier effektiver warnen zu können, hatten wir die Idee zu einer europaweiten Warnplattform."

Für die Realisierung nahm der Salzburger Meteorologe zusammen mit Frank Kroonenberg vom Niederländischen Wetterdienst (KNMI) am Mittwoch den Preis der European Meteorological Society (EMS) entgegen.
Links: Michael Staudinger mit Frank Kroonenberg und Tanja Cegnar von European Meteorological Society (EMS)
Links: Michael Staudinger mit Frank Kroonenberg und Tanja Cegnar aus Slowenien, Medienreferentin der European Meteorological Society (EMS) - bei der Preisübergabe in Amsterdam.
Seit März 2007
Die Plattform meteoalarm.eu besteht seit März 2007. Bereits 30 Europäische Staaten stellen ihre Warnungen vor Orkanböen, Flutwellen, Nebel, Gewitter, oder auch Hitze und Kälte in vereinheitlichter Form ins Netz.

Nicht nur für Reisende, auch für Wirtschaft und Verkehr werden verlässliche Warnungen vor Wetterextremen immer wichtiger, denn nicht nur Zerstörungen durch Stürme und Überschwemmungen kosten Geld, auch Lieferverzögerungen durch Straßenglätte oder Starkregen schlagen sich negativ zu Buche. Bis zu 200.000 User rufen täglich Informationen von der Website ab.
Erweiterungen geplant
Kroonenberg und Staudinger arbeiten bereits intensiv an Erweiterungen von "meteoalarm": Nach der Vereinheitlichung ist nun geplant, die Hydrographischen Dienste der teilnehmenden Länder in die Katastrophenwarnungen stärker einzubinden, oder z. B. auch die Küstenwarnungen zu erweitern.

Staudinger: "Besonders stolz sind wir aber darauf, dass wir schon in wenigen Wochen zehn neue Mitgliedsländer präsentieren dürfen. Dann sind wir auch in Osteuropa flächendeckend vertreten."
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