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MI | 11.04.2012
Landwirtschaftsschule (Bild: ORF)
BILDUNG
Landwirtschaftsschulen immer beliebter
Zwar gibt es immer weniger Bauern, Salzburgs Landwirtschaftsschulen erleben aber trotzdem einen Ansturm an Schülern. Denn die sehr praxisnahe Ausbildung dort öffnet auch die Tür in viele Handwerksberufe abseits der Landwirtschaft.
Rekord-Schülerzahl im letzten Jahr
Ein Beispiel ist die landwirtschaftliche Fachschule in Oberalm-Winklhof (Tennengau). In den 1970-er Jahren besuchten im Schnitt 80 bis 90 Schüler diese Schule. Im vergangenen Jahr waren es rund 150 - ein absoluter Rekord. Die Entwicklung in den übrigen Fachschulen in Wals-Kleßheim, Bruck und Tamsweg ist ähnlich gut.

Hauptgrund dafür sei die Praxisnähe und Vielseitigkeit der landwirtschaftlichen Fachschulen, sind sich deren Direktoren einig. So erfahren die Schüler in Winklhof nicht nur alles Wichtige über Viehzucht und Obstbau. Unterrichtet wird auch Grundlegendes aus der Holz- oder Metallbranche.
Drehen, Fräsen, Hobeln, Schweißen, Schmieden.
Vielseitige praktische Kurse
"Zum Beispiel Drehen, Fräsen, Hobeln, Schmieden", betont Josef Neureiter, Fachlehrer für Metallbearbeitung in Winklhof, "Wir machen am Ende der ersten Klasse einen Schweißkurs in Elektrodenschweißen, Schutzgasschweißen und Autogenschweißen. Diese Arbeiten bauen sie dann ein in die Werkstücke."

Die Schüler schätzen die vielseitige Ausbildung: "Da kann man in die Tischlerei gehen, oder Mechanik, Metall. Da wird dir die Lehre dazugerechnet", sagt Simon Höll aus Rußbach. "Die Praxis ist ganz interessant: Schweißen, Flexen - da machen wir kleine und große Sachen", ergänzt Martin Schlager aus Annaberg.
Schüler "können arbeiten"
Bei den heimischen Betrieben sind die Absolventen begehrt, freut sich die Direktorin von Winklhof, Andrea Altenberger: "Unsere Schüler werden uns praktisch aus der Hand gerissen. Das ist insofern für uns sogar ein Nachteil, als dass wir sie dann vielleicht doch schon nach der ersten Klasse verlieren, obwohl wir sie gerne bis zur dritten behalten wollen. Unsere Schüler sind extrem beliebt in allen möglichen Branchen - egal, ob Elektriker, Mechaniker, Tischlerei, Zimmerei oder Schlosserei. Unsere Schüler werden sehr genommen, weil die Leute wissen: Unser Schüler können arbeiten und unsere Schüler sind verlässlich."

Ziel sei es, die Stärken der landwirtschaftlichen Schulen noch weiter zu entwickeln und so die hohen Schülerzahlen auch in Zeiten der Geburtenrückgänge halten zu können, betont Direktorin Altenberger.
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