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MI | 11.04.2012
Schneekanone (Bild: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)
RAURIS
Schneekanonenanlage als Kraftwerk
Eine ungewöhnliche Beschneiungsanlage haben jetzt die Hochalmbahnen in Rauris (Pinzgau). Dort wird nicht nur im Winter Kunstschnee produziert, sondern das ganze Jahr über Strom. Das Kraftwerk deckt den gesamten Energiebedarf.
Gefälle ins Tal für Kraftwerk genutzt.
Speicherteich von Bächen gespeist
Die Rauriser Hochalmbahnen machen sich die Physik zunutze: "Eigendruck" heißt das entscheidene Wort. In 1800 Meter Höhe füllt ein Wildbach den Speicherteich für die Schneekanonen.

Die Leitung von dem Teich zu den Kanonen sei am Rand der Piste vergraben und dicker als normal, sagt Hochalmbahn-Geschäftsführer Erich Hutter: "An dieser Rohrleitung sind überall Zapfstellen für die Schneeanlage angebracht. Unten am Ende der Rohrleitung - bei 350 Meter Fallhöhe - ist eine kleine Turbine mit einem entsprechenden Generator angeschlossen. Da sind wir in der Lage, bei vollem Wasserstand 250 Kilowattstunden zu erzeugen."
Erich Hutter im Turbinenraum (Bild: Rauriser Hochalmbahnen)
Fremdstrom nur in Spitzenzeiten
Parallel zur Stromerzeugung könne auch beschneit werden, ergänzt Hutter: "Wir haben 65.000 Kubikmeter Wasserreserve. Damit wären wir rechnerisch in der Lage, eine Grundbeschneiung zu machen und eine Nachbeschneiung. Wir hoffen, dass der Petrus auch noch seinen Teil dazu beiträgt, dass nicht alles von oben auf 2.200 Metern bis ins Tal zu beschneien ist."

Denn dann brauchten die Hochalmbahnen doch wieder Fremdstrom. Manchmal wird dennoch die Beschneiung Vorrang vor der Stromerzeugung haben.
Hochalmbahnen erzeugen so viel Strom, wie sie für Seilbahnbetrieb und Beschneiung brauchen.
Übers Jahr gerechnet energieautark
Über das Jahr gesehen produzierten die Rauriser Hochalmbahnen aber so viel Strom, wie sie mit Beschneiung und Seilbahnbetrieb verbrauchen, betont der Geschäftsführer: "Wo sonst die Leitungen brachliegen, wo man sie auch warten muss - denn eine Leitung soll immer gefüllt bleiben, damit sie nicht verrostet -, nehmen wir die ganze Wartung aufs E-Werk und nutzen die ganze restliche Zeit diese Leitungen und die Entnahmestellen zur Stromerzeugung."

Die neue Spezial-Beschneiungsanlage kostet dreieinhalb Millionen Euro.
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