Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Der Sender auf dem Gaisberg (Bild: ORF)
TOP SPEED WIND
Gaisberg mit 216 km/h - Österreich-Rekord
Auf der Spitze des ORF-Sendemasts auf dem Salzburger Gaisberg wurde in der "Kyrill"-Nacht eine Windspitze von 216 km/h gemessen - mit einem geeichten Messgerät, das vor Monaten für ein wissenschaftliches Projekt installiert wurde.
ORS-Sender Gasberg. Bild: www.ors.at 60 Meter pro Sekunde
ORS-Sendertechniker Friedrich Brandstätter ist seit 30 Jahren österreichweit im Einsatz, und so etwas hat er noch nicht gesehen:

60 Meter pro Sekunde, das ist der exakt gemessene Spitzenwert von 216 km/h beim Wind auf dem Salzburger Gaisberg in der Nacht auf Freitag.

Um 8.00 Uhr früh gab es auf dem Gaisberg noch immer Böen mit 55 Metern pro Sekunde (198 km/h), berichtet der Rundfunk-Ingenieur:
"Auch DVB-T-Antennen hielten"
"Wir sind da beim Wind noch lange nicht am Limit, weil unsere Masten bundesweit für extreme Belastungen berechnet sind. Allerdings war das ursprünglich für statische Windlasten ausgelegt und nicht für so dynamisch wechselnde Böen, wie sie bei diesem Orkan auftreten.

Aber glücklicherweise wurden alle Anlagen in den letzten Jahren zusätzlich verstärkt. Einzige Schwachstellen wären noch die provisorischen Antennen für den neuen DVBT-Digital-Betrieb beim Senden. Aber auch diese haben den Orkan gut überstanden, obwohl sie aus technischen Gründen sehr exponiert montiert sind."
Computer-Protokoll der Winddaten
Windgeschwindigkeit-Verlauf auf dem Gaisberg bei Orkan. Bild: Estolf Müller, ORS
Spitzenwerte auf dem Salzburger Gaisberg mit mehr als 200 km/h um ca. 23.21 Uhr, 23.57 Uhr und 0.28 Uhr.
Verteilung der Windgeschwindigkeiten in der Orkan-Nacht. Bild: Estolf Müller
Vertikale Skala links mit messbarer Maximalgeschwindigkeit von 70 Metern pro Sekunde (60 wurden erreicht = 216 km/h). Ausschnitt des Zeitverlaufes auf der waagrechten Skala bis 22.45 Uhr, als noch keine Maxima erreicht wurden. Schön zu erkennen sind die starken Böen.
Noch immer sehr starke Böen
Am Freitag um 12.00 Uhr teilte Estolf Müller, Leiter der Sendertechnik im ORF Landesstudio Salzburg, vom Gaisberg mit, dass wegen extrem starker Windböen und Sicherheitsgründen noch immer keine Freiluft-Fotos auf der Plattform des Senderturms gemacht werden könnten. Die Windgeschwindigkeiten seien jedoch bereits wesentlich geringer als in der Nacht und am Freitagmorgen.
Schäden an Dachrinnen
Lediglich die Dachrinnen-Heizung des ORS-Gebäudes auf dem Gaisberg sei schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Sie wurde vom Wind regelrecht heraugerissen, berichtet Sendertechniker Friedrich Brandstätter.

Momentan sei es noch viel zu gefährlich, diese Schäden zu reparieren. Um die Anlagen auf dem sehr hohen Sendemast des Gaisberges mache er sich überhaupt keine Sorgen. Früher habe er auf dem Patscherkofel bei Innsbruck ähnliche Windgeschwindigkeiten gemessen, berichtet der ORS-Experte, in Salzburg seien solche bisher einzigartig.

"Österreichische Rundfunksender - Austrian Broadcasting Services" (ORS) ist übrigens eine Tochtergesellschaft des ORF.
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