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MI | 11.04.2012
FLACHGAU
Eiskletter-Weltmeister von Eis erschlagen
Bei einem Einsturz der Eiskapelle bei Hintersee (Flachgau) ist am Mittwoch der dreimalige Eiskletter-Weltmeister Harald Berger gestorben. Bei dem gewaltigen Lawinenkegel brach eine Eisscholle ab, die ihn begrub.
Fotos: Ferdinand Farthofer
Oberkörper unter 150 Tonnen Eis begraben
Der 34-jährige Eiskletterprofi, der aus Linz stammte und in Salzburg lebte, kletterte in etwa drei Meter Höhe eines Überhangs.

Gegen 14.15 Uhr dürfte ein Pickelschlag eine Kettenreaktion im Eis ausgelöst haben - die riesige überhängende Eisscholle brach ab. Berger wurde von rund 150 Tonnen begraben, schätzen die Einsatzkräfte.

Wie riesig der "Hinterseer Gletscher" bzw. "Eiskappelle" im Salzburger Flachgau ist, zeigt der Größenvergleich zu einem Helfer der Einsatzkräfte.
Der Tote konnte erst nach einigen Stunden geborgen werden - Spezialisten von Feuerwehr, Bergrettung und Alpinpolizei zerteilten den 30 mal 25 Meter großen und zweieinhalb Meter dicken Eisblock mit Schremmgeräten.

Mit einem Hebekissen wurden die Bruchstücke dann angehoben, um den 34-Jährigen zu bergen.

Berger hinterlässt hochschwangere Frau
Berger hinterlässt eine hochschwangere Frau.

Mit ihm waren drei weitere Kletterer bei der Eiskapelle zum Trainieren. Diese Zeugen des Unglücks wurden nicht verletzt.

Bruchstücke an der Unfallstelle
Nach Angaben der Augenzeugen genügt ein einziger Hieb mit dem Eisbeil, um in der labilen Eiszunge einen langen Querriss zu erzeugen, ehe die Eismassen auf Harald Berger stürzten.
Schwerer Unfall vor 30 Jahren
Schon vor rund 30 Jahren ereignete sich in der Eiskapelle ein besonders tragischer Unfall: Eine deutsche Urlauberin stellte sich unter das Gewölbe, damit ihr Mann ein Foto machen konnte.

Nach dem Knipsen des Blitzes brach die Eiskapelle zusammen und begrub die Frau unter sich. Sie konnte ebenfalls nur noch tot geborgen werden.
Lawinenkegel beliebtes Ziel
Die Eiskapelle unterhalb des Wieserhörndls in der Osterhorngruppe ist ein beliebtes Wander- und Eisklettererziel: Die zahlreichen Lawinen, die in den Talkessel auf 850 Meter Seehöhe abgehen, schmelzen oft das ganze Jahr lang nicht völlig ab.

Wie bei einem Gletscher bilden sich in dem Altschnee Spalten und Höhlen, die jederzeit einstürzen können.
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