Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Nationalpark Hohe Tauern (Bild: Nationalparkverwaltung)
INTERNATIONAL
Nationalpark Hohe Tauern endlich anerkannt
Die Weltnaturschutzunion IUCN hat nach 15 Jahren Vorarbeit den Nationalpark Hohe Tauern nun endlich anerkannt. Die Urkunden für Salzburg und Tirol sowie für den gesamten Nationalpark wurden am Freitag überreicht.
800 Quadratkilometer in Salzburg
Beim Jubiläums-Festakt anlässlich des 25-Jahre-Jubiläums des Nationalparks Hohe Tauern auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe bekamen auch der Salzburger und Tiroler Teil das internationale Gütesiegel - der Kärntner Anteil hat es ja schon.

Insgesamt hat der Nationalpark eine Fläche von 1.800 Quadratkilometern mit Kernzone und Außenzone - in Salzburg sind es zirka 800 Quadratkilometer.

Nach den Anforderungen der Internationalen Union zum Schutz der Natur (IUCN) muss ein Nationalpark mindestens 10.000 Hektar groß sein, drei Viertel der Fläche dürfen nicht wirtschaftlich genutzt werden.
Kernzone zu 83 Prozent nicht beweidet
Beim Nationalpark Hohe Tauern sind nach Meinung der Fachleute diese Bedingungen weitgehend erfüllt. In 83 Prozent der Kernzone gibt es keine Beweidung, zwölf Prozent sind ausschließlich Schutzwald - und zwar meist in der Außenzone.

In knapp 70 Prozent der Kernzone darf nicht gejagt werden und im gesamten Gebiet sind bespielweise Steinadler, Bartgeier, Steinwild und Urforelle speziell geschützt.
Viele Flächen werden nicht mehr genutzt
Entscheidend für die jetzige internationale Anerkennung sei gewesen, dass sich der Nationalpark in den letzten Jahren sehr viel Gedanken gemacht habe, welche Flächen nicht mehr genutzt werden sollten, sagt Direktor Wolfgang Urban.

"Die Wende - auch bei der IUCN - war sicher die Entscheidung, dass mein Kollege in Tirol und ich gesagt haben: Da gehört genauso die Umweltbildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen dazu, da gehört die Öffnung des Nationalparks für Besucher auf Lehrwegen, mit Bildungseinrichtungen bis hin zum entstehenden Nationalparkzentrum in Mittersill dazu", ergänzt Urban.
Vereinbarungen mit Grundbesitzern
Mit "überraschenden" Einschränkungen durch die internationale Anerkennung des Nationalparks müsse kein Besucher oder Grundbesitzer rechnen, betont der Nationalpark-Direktor.

"Die Einschränkungen, die es gibt, wurden in den letzten Jahren mit den Grundeigentümern, mit der Jägerschaft vereinbart. Da gibt es privatrechtliche Verträge."
650.000 Euro Entschädigung pro Jahr
Grundbesitzer, Vereine, Agrargemeinschaften und Bundesforste bekommen dafür Entschädigungen in Höhe von 650.000 Euro pro Jahr. Auch das Prinzip der Wegefreiheit werde nicht in Frage gestellt, betont Urban.

Die internationale Anerkennung sei das wert - schließlich gehe es um die Glaubwürdigkeit des Schutzgebietes: "Ein Nationalpark, der nicht den internationalen Kriterien entspricht, müsste sich über kurz oder lang sehr viele Fragen gefallen lassen, wenn er sich als Nationalpark bezeichnet. Es soll schließlich in jedem Produkt das drinnen sein, was draußen drauf steht."
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News