Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Blüten der Engelstrompete (Bild: Walter Pilsak/wikipedia.org)
OFFIZIELL KEINE DROGEN
Land will Rauschmittel verbieten
Das Land wird ab Herbst Jugendlichen unter 18 Jahren auch Rauschmittel verbieten, die nicht offiziell als Drogen gelten wie Feuerzeuggas, Engelstrompete und Aztekensalbei.
Feuerzeuggas, Engelstrompet, Aztekensalbei
Das neue Salzburger Jugendgesetz regelt ab Oktober erstmals auch den Umgang mit bisher nicht verbotenen Substanzen wie Feuerzeuggas oder den Biodrogen Engelstrompete oder Aztekensalbei.

Denn gerade diese legalen Drogen - einschließlich Alkohol - stellen das große Suchtproblem unter Salzburgs Jugend dar, wie auch der jüngste Todesfall in Saalfelden beweist.
16-Jähriger starb an Atemlähmung durch Gas
Dort starb der 16 jährige Andreas an einer Atemlähmung, nachdem er Feuerzeuggas geschnüffelt hatte.

Diese Nachricht aus der Vorwoche hat nicht nur Saalfelden erschüttert. Auch der für Jugendschutz zuständige Landesrat Erwin Buchinger (SPÖ) gesteht ein, das Problem mit schnüffelten Kindern und Jugendlichen im Bundesland Salzburg unterschätzt zu haben:

"Auch ich selbst habe über dieses enorme Gefährdungspotenzial - nämlich, dass es da sogar zu einem Todesfall kommen kann, nicht Bescheid gewusst. Der Fall hat auch mich aufgerüttelt."
"Haben da bisher zu wenig hin geschaut"
Überrascht reagiert auch Franz Schabus-Eder, Drogenkoordinator des Landes auf die offenbar verrbreitete Praxis des Schnüffelns von Feuerzeuggas oder anderen Dämpfen:

"Die Gefährlichkeit dieser Substanzen war durchaus bekannt, nicht jedoch das Ausmaß der Verbreitung und des Missbrauchs. Das Problem ist auch, dass wir darüber keine Daten haben, weil wir bei diesen Substanzen bisher nicht wirklich 'hin geschaut' haben."
Eltern drohen künftig Strafen bis zu 3.700 Euro
Die Gefahr beim Gas-Schnüffeln und beim Konsumieren anderer legaler Drogen soll deshalb auch Bestandteil der Drogenvorbeugung unter Schülern und Lehrlingen werden. Und der neue Paragraph 36. Abs. 3 verbietet künftig ausdrücklich Stoffe, die eine Betäubung, Aufputschung und Stimulierung herbeiführen, sagt Landesrat Erwin Buchinger:

"Nach dem neuen Jugendgesetz besteht die Möglichkeit, diese Mittel zu beschlagnahmen und auch ein Strafverfahren einzuleiten, das bei einem Erst-Konsumenten wohl mit einer Ermahnung enden wird, wobei sonst aber die gesamte Bandbreite des Gesetzes zur Anwendung kommen kann."

Der Strafrahmen für derartige Delikte liegt zwischen 220 und 3.700 Euro, für die Eltern.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News