Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Mozart-Skulptur Lüpertz (Bild: ORF)
MOZARTSTATUE BESCHMIERT
"Pornojäger" wegen Vandalismus verurteilt
Am Dienstagnachmittag ist der selbst ernannte Pornojäger Martin Humer zu vier Monaten bedingter Haft, sein Helfer zu 120 Euro Geldstrafe - nicht rechtskräftig - verurteilt worden.
Turbulenter zweiter Verhandlungstag
Der 80-jährige Humer und sein 67-jähriger Gehilfe hatten im vergangenen Sommer die Mozart-Statue auf dem Ursulinienplatz in der Landeshauptstadt mit Farbe beschmiert und gefedert.

Am ersten Verhandlungstag, dem 2. Mai, hatten sich die Beschuldigten noch uneinsichtig gezeigt. Wäre "das Klumpert" nicht mit Mozart in Verbindung gebracht worden, hätte er nichts getan, erklärte Humer damals. Von einer Schachbeschädigung könne schon deshalb keine Rede sein, weil die Skulptur "eine Schande" sei.

Die aktuelle Verhandlung lief etwas turbulent ab, der Richter drohte einem Anhänger von Humer - insgesamt fand sich ein Dutzend im Saal ein - mit dem Rausschmiss, falls er die Zurufe nicht einstelle.
Staatsanwältin: Kritik nur in Worten erlaubt
Der Richter begründete das Urteil, vier Monate bedingt bzw. 120 Euro Geldstrafe, mit dem "Eingriff in fremdes Rechtsgut" und bezifferte den Schaden zum Nachteil der Salzburg Foundation mit rund 6.750 Euro.

Die beiden Pensionisten, die sich selbst verteidigt hatten, nahmen das Urteil sofort an. Ihnen drohte eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Staatsanwältin Barbara Feichtinger gab keine Erklärung ab. In ihrem Plädoyer betonte sie jedoch, dass man Kritik an der Kunst in Worten, aber nicht in Werken äußern könne und dabei fremde Sachen verunstalte.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News