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MI | 11.04.2012
Der Abtransport der Leiche Claudia Deublers (Bild: ORF)
MORDFALL DEUBLER
Ex-Ermittler sollen Haftentschädigung zahlen
Fünf Gendarmen, die 1993 im Mordfall Claudia Deubler ermittelt haben, sollen bis Samstag einen Teil der Haftentschädigung des unschuldig verurteilten Peter Heidegger bezahlen. Die Republik fordert von ihnen je 40.000 Euro.
950.000 Euro Haftentschädigung
Heidegger war nach dem Mord an der 28-jährigen Taxifahrerin zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. 2003 wurde er in einem Prozess aber freigesprochen - er hatte nach dem Spruch nichts mit dem Mord zu tun.

Für seine acht Jahre, die er unschuldig hinter Gittern verbracht hatte, erhielt der Gmundner von der Republik 950.000 Euro Haftentschädigung.
Anzeige nach Amtshaftungsgesetz angedroht
Fünf der damals im Dienst befindlichen Beamten - zwei davon sind bereits in Pension - haben jetzt den Brief von der Finanzprokuratur bekommen. Darin werden sie aufgefordert, bis Samstag je 40.000 Euro zu bezahlen, sonst drohe eine Anzeige nach Paragraf drei des Amtshaftungsgesetzes.

Unter den Adressaten ist zwar nicht der damalige Leiter der Kriminalabteilung der Genarmerie, Oberst Manfred Dürager, dafür aber jener Mann, der ihn während seines Urlaubs vertrat.
Keine Begründung: Beamte wehren sich
Und dieser Ex-Ermittler versteht die Welt nicht mehr - vor allem, weil die Finanzprokuratur in dem halbseitigen Brief keinen Satz der Begründung für die Regressforderung anführt.

Die fünf Beamten haben sich jetzt gemeinsam einen Anwalt genommen. Der hat schriftlich eine genaue Begründung für seine Mandanten angefordert. Alle fünf zahlen vorerst nicht und hoffen, dass die Frist ohne gerichtliche Konsequenzen verstreicht.
2003 Anzeigen gegen sechs Ermittler
Sechs ehemalige Ermittler der Kriminalabteilung des Gendarmeriekommandos waren von den Verteidigern Heideggers beim neu aufgerollten Prozess 2003 angezeigt worden: Sie sollen Beweisunterlagen unterschlagen und falsch ausgesagt haben.

So wurden 39 Beweisstücke dem Gericht erst 2001 übergeben - unter anderem der Führerschein von Claudia Deubler. Auch berichteten die Beamten gegenüber den Medien von einem Geständnis, obwohl die Einvernahme nicht abgeschlossen war.
Verfahren im Jänner eingestellt
Das Verfahren gegen die sechs Beamten wurde Anfang dieses Jahres aber eingestellt - die Vorwürfe gegen die Kriminalbeamten seien verjährt.
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