Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Abgestürzter Hubschrauber (Bild: Ferdinand Farthofer)
BEIM LANDEANFLUG
Rettungshubschrauber C 6 abgestürzt
Beim Landeanflug zum Unfallkrankenhaus Salzburg ist am Montagmittag der Rettungshubschrauber Christophorus 6 abgestürzt. Es gibt mehrere zum Teil schwer Verletzte und keine Todesopfer.
Absturz von Christophorus 6. Bild: Ferdinand Farthofer
Fotos: Ferdinand Farthofer
"Ohne Anzeichen plötzlich abgeschmiert"
Der ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 6 (C 6) war gerade beim Anflug auf die Plattform des Salzburger Unfallkrankenhauses (UKH).

Offenbar hatte die Maschine des international unter Experten als verlässlich geltenden Typs Eurocopter EC 135 Probleme bei der Landung.
Sturz über 25 Meter
Von Augenzeugen wurde am Montag berichtet, die Maschine sei ungefähr fünf Meter über der Plattform seitlich abgeschmiert - ohne jedes Anzeichen von Unsicherheit in den Momenten davor.

Der Hubschrauber stürzte neben dem Krankenhaus etwa 25 Meter vom Dachbereich auf den Spielplatz des Betriebskindergartens.

Dieser war am 1. Mai glücklicherweise leer.
Absturz von Christophorus 6. Bild: Ferdinand Farthofer
Ursache ungeklärt
Im Hubschrauber befanden sich der 33-jährige Captain des ÖAMTC und ein 37-jähriger Flugretter des Bergrettungsdienstes im Cockpit, die 35-jährige Notärztin und ein 42-jähriger Sanitäter des Roten Kreuzes sowie ein 53-jähriger Patient aus Obertrum.

Der Patient, ein verletzter Motorradfahrer, sollte vom Salzburgring ins Krankenhaus geflogen werden.

Patient und Pilot hätten relativ schwere Verletzungen erlitten. Die übrigen Insassen seien leicht verletzt, berichtete Gerhard Huber, Landesrettungskommandant von Salzburg. Für niemanden bestehe Lebensgefahr, hieß es bei einem Pressegespräch im UKH.
Absturz von Christophorus 6. Bild: Ferdinand Farthofer
Cockpit fast total zerstört.
"Crew geht es relativ gut"
"Allen Mitgliedern der Crew geht es mittlerweile - den Umständen entsprechend - relativ gut", sagt Josef Hettegger, Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau, auf Anfrage des ORF. Er besuchte die verunglückte Besatzung am Montagnachmittag im Unfallkrankenhaus:

"Es müssen 1.000 Schutzengel mitgeflogen sein, wenn man sieht, wie weit die Maschine da vom Dach hinuntergestürzt ist."

Hettegger tut als Flugretter selbst immer wieder Dienst - auch in den letzten Tagen auf diesem Hubschrauber.
Kommission ermittelt
Die Ursache ist noch unklar. Die Flugunfallkommission hat noch am Montag mit Ermittlungen begonnen.

Die Feuerwehr war länger damit beschäftigt, das ausgeflossene Kerosin zu binden.
Absturz von Christophorus 6. Bild: Ferdinand Farthofer
Grundkonzept des Typs
Der Eurocopter EC 135 wird von je zwei Turbinen angetrieben. Er gilt als vergleichsweise stark motorisiert und ist dennoch leise.

Das Konzept der Konstrukteure habe sich vielfach in Europa bewährt, sagen Fachleute: Es lassen sich kritische Flugphasen - zum Beispiel im Hochgebirge bei Sturm oder böigem Wind - mit viel Leistungsreserve parieren. Würde zum Beispiel ein Triebwerk ausfallen, könnte beim EC 135 das andere den sicheren Flug allein gewährleisten.

Bericht: Barbara Herbst, Gerhard Jäger, Gerald Lehner.
Absturz von Christophorus 6. Bild: Ferdinand Farthofer
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