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MI | 21.03 | 17:16
Österreich Bild Nazigold - das Ende der Toplitzsee-Legende
Jahrzehntelang riskierten Schatzsucher aus aller Welt Geld und Leben, um im Toplitzsee nach Schätzen aus der Nazi-Zeit zu suchen. Gefunden wurde viel - aber kein Gold. Wo das Nazigold wirklich war, zeigt ein Österreich Bild aus dem Landestudio Salzburg.
Das Gold der Nazis (Bild: ORF)
Sonntag, 21.3., 18.30 Uhr, ORF 2
Toplitzsee der "Müllkübel" des Dritten Reiches
Der Toplitzsee erwies sich vielmehr als "Müllkübel" des Dritten Reiches. Ans Tageslicht kamen Unmengen an gefälschten Pfundnoten, mit denen die englische Währung ruiniert werden sollte.

Ans Tageslicht kamen auch Prototypen jener Wunderwaffen, die das Kriegsglück nicht mehr wenden konnten, aber heute in weiterentwickelter Form zur Standardausrüstung jeder Armee gehören.
Gold in Fuschl, dann vergraben
Wo war das Reichsbankgold wirklich? Einige 100 Tonnen in einer Kaligrube im thüringischen Merkers. Sie wurden von den Amerikanern sichergestellt. Nur wenig bekannte Aufzeichnungen führen auf die Spur von rund sechs Tonnen Gold, die tatsächlich in Österreich gelagert waren: zunächst auf Schloss Fuschl, dem Sitz von Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop.

Als die Alliierten auf Salzburg vorstießen, wurde dieser Goldschatz an zwei Stellen vergraben: in der kleinen Gemeinde Hintersee und in Bad Gastein.
Auf Schwarzmarkt aufgetaucht
Geredet wurde darüber nur in geschlossenen Zirkeln, nach dem Motto "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold". Immerhin tauchten nach dem Krieg bei Bauern in Hintersee zahlreiche Goldmünzen auf, die aus verborgenen Schätzen stammten und auf dem schwarzen Markt verkauft wurden.

Auch ein Gendarm bediente sich aus den reichlich vorhandenen Quellen. Das Österreich-Bild aus dem Landesstudio Salzburg hellt dieses interessante Kapitel der jüngeren Geschichte unseres Landes auf.
Die verschiedenen "Aufenthaltsorte" das Nazigolds in Salzburg (Bild: ORF)
Von Alliierten sichergestellt
Anhand von historischen Dokumenten, Mikrofilmen und einem Lageplan sowie Aussagen von Zeitzeugen, der bei der Verbergung dabei war, wird der Weg des Goldes nachgezeichnet. Vernehmungsprotokolle belegen, dass das Reichsbank-Gold von den Alliierten sichergestellt wurde.

Die in Hintersee in Umlauf gebrachten Münzen stammten aus weiteren Depots, die von Nazis und Kollaborateuren auf der Flucht in die vermeintliche "Alpenfestung" angelegt wurden.
Rigide Strafen für Unterschlagung
So haben beispielsweise die ungarischen Pfeilkreuzler den Thronschatz mit der Stephanskrone auf einer Anhöhe über dem Mattsee vergraben, wo er sichergestellt und an Ungarn zurückgegeben wurde. Die Strafen für Fundunterschlagung waren damals übrigens hart.

So wurde beispielsweise der einstige Bahnhofsvorstand von Zell am See 1949 zu einem Jahr schweren Kerker und 40.000 Schilling Geldstrafe verurteilt. Dabei hatte er bloß 340 Goldmünzen zurückbehalten. In Hintersee ging es um deutlich größere Mengen, die zum Teil über einen Salzburger Rechtsanwalt ins Ausland verbracht wurden.